Bereits im Frühjahr hatte der Bergchronist Eberhard Jurgalski die Ergebnisse einer Recherche veröffentlicht, die mindestens 44 Achttausender-Bezwingern sauer aufgestoßen sein dürfte. Mit seinen Recherchen will Jurgalski nämlich belegen,dass besagte 44 Bergsteiger den höchsten Punkt der höchsten Berge der Welt in Wirklichkeit nie erreicht hätten. <BR /><BR />Jurgalski sprach im Rahmen von Interviews von „menschlichen Fehlern“, die passieren könnten, wenn es auch für ihn besonders im Falle der Annapurna-Besteigung 1985 von Reinhold Messner und Hans Kammerlander schwer zu verstehen sei, wie die beiden den Gipfel haben verwechseln können. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="943507_image" /></div> <BR /><BR />Vielmehr habe der Journalist die Gipfel verwechselt, konterte Reinhold Messner. Jurgalski will seine Behauptung, Messner und Kammerlander seien auf den falschen Gipfel gestiegen, mit Bildern belegt haben. Der deutsche Bergchronist kam zum Schluss, dass die beiden Bergsteiger im Jahr 1985 rund 65 Meter vor und nur 5 Meter unter dem richtigen Gipfel des 8091 Meter hohen Annapurna umgekehrt seien – im Glauben, den Gipfel bereits erreicht zu haben. <BR /><BR />Angesichts der für 2024 geänderten Kriterien zur Bestimmung von Rekorden reichten seine Rechercheergebnisse aus, um nun bei der Zentrale des Guinness-Buchs der Rekorde in London Zweifel daran, dass Reinhold Messner als erster Mensch alle 14 Achttausender ohne Zuhilfenahme von Flaschensauerstoff bezwungen hat. Denn die abgeänderten Regeln des Guinness-Buchs der Rekorde zur Bestimmung der höchsten Gipfel gründen eben auf die Ergebnisse von 10 Jahren Recherchen des Bergchronisten Eberhard Jurgalski. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="943510_image" /></div> <BR /><BR />Wie es auf der offiziellen Seite des Guinness-Buchs der Rekorde kürzlich hieß, gelte Reinhold Messner folglich nicht mehr als der erste Mensch, der alle 14 Achttausender ohne Flaschensauerstoff bezwungen hat. Laut Jurgalskis Recherchen könne Messner nur nachweisen, den höchsten Punkt von 13 und nicht allen 14 Achttausendern erreicht zu haben. Demnach ist nun davon auszugehen, dass der Name der Südtiroler Bergsteigerlegende in der nächsten Ausgabe des Guinness-Buchs der Rekorde nicht mehr aufscheinen wird. <BR /><BR />„Rekord? Welcher Rekord?“: So könnte man Messners Reaktion auf die Streichung seines Namens aus dem Guinness-Buch zusammenfassen. Die Streichung lässt ihn nämlich kalt, zumal „ich nie in meinem Leben behauptet habe, Rekorde aufgestellt zu haben“, erklärte er auf Anfrage. „In meinen Büchern wird keinerlei Zusammenhang mit Rekorden hergestellt. Wenn es also keinen Rekord gibt, kann man mir auch keinen aberkennen“, so der 79-Jährige lapidar. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="943513_image" /></div> <BR /><BR />Seinem Ärger über die Beweggründe des Chronisten, der seinen Gipfelsturm auf die Annapurna in Frage stellte, machte Messner aber über die sozialen Medien Luft: „Es ist schon ein bisschen witzig, dass Menschen immer wieder meine Person und meinen Namen ausnutzen, um sich wichtig zu machen“, heißt es etwa in einem Instagram-Beitrag samt Fotoaufnahme des Gipfels der Annapurna. <BR /><BR />„Vielleicht, weil sie selbst nichts zu erzählen haben? Nichts erreicht haben? Nie den Mut gefunden haben, sich ihre Träume zu erfüllen? Es geht nur um Geld, richtig?“, endete Messner den Beitrag mit einigen provokativen Fragen. Eine Gewissheit habe die Bergsteigerlegende immerhin: „Die Menschen im Nepal und Pakistan sind auf meiner Seite.“<BR />