Samstag, 04. März 2017

Renzi bekommt politische Probleme wegen seines Vaters

Der vom italienischen Premieramt und vom Vorsitz seiner Demokratischen Partei (PD) zurückgetretene Matteo Renzi bekommt politische Schwierigkeiten wegen seines Vaters Tiziano. Der 65-Jährige ist in den Sog einer Korruptionsaffäre geraten, die das Ansehen des Ex-Ministerpräsidenten anzukratzen droht.

Der Skandal, in den sein Vater Tiziano verwickelt ist, kommt für Matteo Renzi zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. - Archivbild
Der Skandal, in den sein Vater Tiziano verwickelt ist, kommt für Matteo Renzi zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. - Archivbild - Foto: © LaPresse

Vier Stunden lang wurde der als Kleinunternehmer tätige Tiziano Renzi von den römischen Staatsanwälten am Freitagnachmittag im Rahmen eines Korruptionsskandals um die staatliche Beschaffungsgesellschaft für die öffentliche Verwaltung Consip vernommen.

Befragt wurde er über seine Beziehungen zu dem neapolitanischen Unternehmer Alfredo Romeo, der am Mittwoch wegen Korruption festgenommen worden war.

Unternehmer soll Renzis Vater Geld versprochen haben

Romeo wird verdächtigt, Tiziano Renzi und dem toskanischen Pharmaunternehmer Carlo Russo Geldsummen versprochen zu haben. Die beiden hätten dafür Consips Geschäftsführer Luigi Marroni bei der Vergabe von Aufträgen beeinflussen sollen.

Marroni war von Matteo Renzi während dessen Premierzeit an die Spitze der Behörde gehievt worden. Tiziano Renzi wies jeden Vorwurf entschieden zurück und erklärte sich zur Zusammenarbeit mit den Justizbehörden bereit. Der Verdacht gegen ihn lautet auf illegale Beeinflussung.

Millionenschwere Ausschreibungen werden geprüft

Im Verfahren geht es um eine millionenschwere Ausschreibungen der Consip-Behörde, die Romeo für seine Unternehmen ergattern wollte. Die Beschaffungsgesellschaft Consip war ausgerechnet dazu gegründet, Korruption und Verschwendungen bei Anschaffungen für die öffentliche Verwaltung zu bekämpfen.

Der Skandal droht die politische Karriere Renzis zu belasten, der bei Vorwahlen am 30. April wieder für die Führung der Regierungspartei PD kandidieren will. „Für mich sind alle Bürger gleich. Wenn mein Vater laut den Staatsanwälten etwas getan hat, hoffe ich, dass es schnell zu einem Prozess kommt. Sollte er wirklich schuldig sein, sollte er zu einer doppelten Strafe verurteilt werden“, sagte Renzi.

apa

stol