Sonntag, 30. August 2015

Renzi drängt auf europäisches Asylrecht

Nach den jüngsten Flüchtlingstragödien im Mittelmeer und auf der A4 drängt Premier Matteo Renzi auf die Einführung eines europäischen Asylrechts. „Das ist der richtige Moment, um eine politische und diplomatische Offensive zu starten“, sagte Renzi im Interview mit dem „Corriere della Sera“.

Foto: © LaPresse

„Die Zeit der Schweigeminuten für die Todesopfer ist zu Ende. Europa muss das Dubliner Abkommen ändern und mit einem europäischen Asylrecht für eine gemeinsame Einwanderungspolitik sorgen. Das wird der Kampf der nächsten Monate sein“, betonte Renzi.

Die Flüchtlingsproblematik sei kein italienisches Problem, sondern eine große europäische und globale Krise, die in Brüssel und nicht auf Lampedusa in Angriff genommen werden muss. „Das war der erste Kampf meiner Regierung: Ich habe mich dafür eingesetzt, dass die Flüchtlingskrise international zum Thema wird“, meinte Renzi.

Der italienische Premier fordert von Brüssel eine langfristige Strategie gegen die illegale Einwanderung nach Europa. „Wir müssen nicht nur den Flüchtlingsnotstand bewältigen, sondern auch eine stärkere Rolle in Afrika und im Nahost spielen. Wir müssen mehr in internationale Kooperation investieren und die Rückführung von Migranten fördern. Außerdem müssen wir für immer den Menschenhandel stoppen“, so Renzi.

apa

stol