Damit wird es für Renzi unmöglich, wie geplant noch vor der Sommerpause eine der wichtigsten Reformen in seinem Regierungsprogramm durchzubringen. Der Reformentwurf sieht vor, dass es künftig statt 315 nur noch 100 Senatoren gibt. Sie sollen nicht mehr aufgrund regionaler Wahlkreisen direkt gewählt werden, sondern Mandatsträger aus Regionalregierungen und Kommunen sein.Mit der Senatsreform soll das seit der Nachkriegszeit geltende und blockadeanfällige Parlamentssystem mit zwei gleichberechtigten Kammern überwunden werden.In Zukunft soll der Senat ähnlich wie in Österreich und Deutschland Ausdruck verschiedener lokaler und regionaler Vertretungen sein.Außerdem sollen die Senatoren nur noch bei Gesetzen mitreden, die die Kommunen oder Regionen betreffen. Kein Wunder, dass sich Widerstand regt. „Viele Senatoren sind einfach nicht damit einverstanden, ihren Job aufgeben zu müssen“, betonten politische Beobachter in Rom.„Einziger Weg aus der Krise“Premier Renzi gibt nicht nach und verschärft seinen Druck auf die Senatoren für eine rasche Verabschiedung seiner Senatsreform. „Reformen sind keine Laune eines autoritären Premiers, sondern der einzige Weg, um Italien aus der Stagnation zu retten“, mahnte der Premier. „Wie werden die Reform trotz des Gezeters und der Beschimpfungen verabschieden“, versicherte Renzi.Auch aus Renzis PD kommen rund 100 Änderungsanträge. Einige Abgeordnete pochen angesichts der zahlreichen in Korruptionsskandale verwickelten Politiker darauf, dass die parlamentarische Immunität abgeschafft werde, die Abgeordnete vor Durchsuchungen und Festnahmen bewahrt.Bis Italien wirklich einen neuen Senat bekommt, wird es dauern, auch wenn Renzi es schaffen sollte, bis September die Senatsreform durchzubringen. Bei Verfassungsänderungen müssen bis zur zweiten Abstimmung im Parlament mindestens drei Monate vergehen.apa