Freitag, 22. Januar 2016

Renzi: „Schengen-Aussetzung ist Gefahr für Europa“

Der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi hat am Freitag vor negativen Folgen durch die Aussetzung des Schengen-Abkommens gewarnt.

Matteo Renzi
Matteo Renzi - Foto: © LaPresse

„Damit wäre der Begriff Europa gefährdet. Indem man das Schengen-Abkommen außer Kraft setzt, werden Terroristen nicht gestoppt“, erklärte Renzi im Interview mit dem Radiosender RTL.

Laut Renzi sind stärkere Investitionen für die Sicherheit wichtig, am Schengen-Abkommen dürfe jedoch nicht gerüttelt werden. „Heute kann man Europa von Portugal bis Estland bereisen, ohne sich als Ausländer zu fühlen. Das ist ein großer Traum, der heute gefährdet ist“, betonte der italienische Premier.

Die Sorge vor Terrorismus und Anschlägen müsse zwar ernst genommen werden. „Wir müssen jedoch auch stark bei der Verteidigung der EU-Werte vorgehen. Indem man die Grenzen schließt, bremst man die Terroristen nicht. Einige von ihnen sind unter uns aufgewachsen. Bei der Debatte über die Aussetzung des Schengen-Abkommens gibt es einen Mangel an Visionen“, klagte Renzi.

Italien bemühe sich um Sicherheit, die Zahl der Soldaten und Polizisten an den Grenzen sei aufgestockt worden. „Dies bedeutet jedoch nicht, den freien Personenverkehr in der EU infrage zu stellen“, so Renzi.

apa

stol