Dienstag, 17. Oktober 2017

Renzi sieht Mahnung für italienische Mitte-Links-Allianz

Ex-Premier und Chef des regierenden Partito Democratico (PD), Matteo Renzi, betrachtet das Wahlergebnis in Österreich als Mahnung für die Mitte-Links-Kraft in seinem Land, sich nicht zu spalten. In Italien sind für das kommende Frühjahr Parlamentswahlen geplant.

Matteo Renzi
Matteo Renzi - Foto: © LaPresse

„In Europa ist eine weitere Fahne der Linken heruntergezogen worden. In Österreich wird ÖVP-Chef Sebastian Kurz Bundeskanzler. Es ist wichtig, dass wir Sozialdemokraten uns auf Themen konzentrieren, die für die Menschen wirklich relevant sind“, betonte Renzi am Montagabend bei einer Parteiveranstaltung.

Der PD-Chef startet am Dienstag mit einer Italien-Tour per Bahn, die ihn in alle italienischen Regionen führen wird. Acht Wochen lang will Renzi alle 107 Provinzen des Landes bereisen, mit dem Ziel, sein Parteiprogramm vorzustellen.

Gestartet werden soll vom römischen Bahnhof Tiburtina. Renzi verzichtet auf Hochgeschwindigkeitszüge und bevorzugt regionale Verbindungen, um einen engeren Kontakt zu den Bürgern zu finden.

Auf seiner Tour will Renzi nach eigenen Angaben die Wähler vor Populismus warnen. Gefährlich ist seiner Ansicht nach sowohl der Rechtspopulismus der ausländerfeindlichen Lega Nord als auch jener des Movimento Cinque Stelle um den Starkomiker Beppe Grillo. Während seiner Reise will Renzi auch Geld für den PD-Wahlkampf sammeln, nachdem in Italien die öffentlichen Parteienfinanzierungen stark gekürzt worden sind.

PD-Chef Renzi, der für seine Partei als Premierkandidat bei den Parlamentswahlen im Frühjahr ins Rennen geht, ist überzeugt, den Urnengang an der Spitze einer Mitte-Links-Allianz zu gewinnen. Sein Ziel sei es, ein Bündnis aus europafreundlichen und zentrumsorientierten Parteien aufzubauen, die einen Deziamm gegen den Populismus bildeten, so Renzi.

apa

stol