Sonntag, 28. Januar 2018

Renzi sorgt vor Italien-Wahl mit Kandidatenliste für Unmut

Fünf Wochen vor der Parlamentswahl in Italien hat der ehemalige Ministerpräsident Matteo Renzi mit der Kandidatenkür für Ärger in seinem Partito Democratico (PD) gesorgt.

Matteo Renzi hat sich mit seiner PD Ärger eingehandelt.
Matteo Renzi hat sich mit seiner PD Ärger eingehandelt. - Foto: © LaPresse

Kritiker werfen dem Sozialdemokraten vor, nur Vertraute ausgewählt und Rivalen ausgeschlossen zu haben. „Das ist der Todesstoß für die Werte der Partei“, sagte einer der mehreren übergangenen PD-Abgeordneten, Beppe Lumia.

Die Parteien müssen ihre Kandidatenlisten bis Montag vorlegen. Die PD dürfte Umfragen zufolge abgewählt werden. Ihre Fraktion im Unterhaus könnte auf rund die Hälfte schrumpfen. Eine gute Platzierung auf der Liste ist deshalb wichtig.

Renzi selbst erklärte, die Auswahl der Kandidaten sei für ihn eine der schrecklichsten Erfahrungen gewesen. 2016 hatten einige Linke die Partei unter dem Vorwurf an Renzi verlassen, er dränge die PD nach rechts.

Kritiker beschuldigen Renzi nun, mit der Kür ihm wohlgesinnter Kandidaten eine Allianz mit dem Mitte-Rechts-Lager von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi vorzubereiten. Die Gruppierung liegt in Umfragen vorne, dürfte aber eine absolute Mehrheit verfehlen. Die Wahl ist am 4. März. Renzi trat 2016 nach einer Niederlage beim Verfassungsreferendum zurück.

apa/reuters

stol