Montag, 15. Juni 2015

Renzi: "Wir haben keine Angst"

Premier Matteo Renzi hat am Montag indirekt die Wiedereinführung von Grenzkontrollen innerhalb der EU kritisiert.

Matteo Renzi - Archivbild
Matteo Renzi - Archivbild - Foto: © LaPresse

„Wir müssen gemeinsam die Flüchtlingsfrage in Angriff nehmen. Es ist jedoch offenkundig, dass die harte Haltung einiger Minister befreundeter Länder in die entgegengesetzte Richtung geht“, sagte Renzi in einer Ansprache am Montag in Rom.

Der Premier betonte, dass Italien weiterhin seinen Pflichten nachkommen und Hunderte Menschen im Mittelmeer retten werde. Er drängte aber auf internationale Lösungen für die Krisensituationen in Afrika. „Wenn Europa weiterhin eine Gemeinschaft sein will, muss sie das dramatische Problem der Flüchtlinge lösen, die bei uns Zuflucht suchen“, sagte Renzi.

Der Premier meinte, man dürfe Egoismus nicht nachgeben. „Wir haben keine Angst und werden unseren Teil für die Flüchtlinge leisten. Bis zum letzten Tag werden wir mit unseren europäischen Partnern zusammenarbeiten“, sagte Renzi.

Der Premier reagiert auf Aussagen des französischen Innenministers Bernard Cazeneuve. Dieser pochte am Montag auf die Einhaltung der europäischen Regeln, denen zufolge Italien sich um die Flüchtlinge kümmern müsse.

An der Grenze zwischen Italien und Frankreich sitzen seit Tagen Hunderte Flüchtlinge fest. Zuletzt hatte Frankreich die Kontrollen am italienischen Grenzübergang Ventimiglia wiedereingeführt.

dpa

stol