Montag, 06. Juni 2016

Renzi: Zahl der Ankünfte in Italien rückläufig

Trotz Zunahme der Zahl der ankommenden Flüchtlinge aus Nordafrika in den vergangenen Wochen sieht Regierungschef Matteo Renzi keine Verlagerung von Fluchtrouten nach Italien.

Ministerpräsident Matteo Renzi
Ministerpräsident Matteo Renzi - Foto: © LaPresse

„Das Abkommen zwischen Griechenland und Türkei hat zu keiner Explosion der Ankünfte geführt“, sagte Renzi am Montag.

Der Ministerpräsident kritisierte die ausländerfeindliche Oppositionspartei Lega Nord, die die Flüchtlingspolitik als Kampagnenthema bei den Kommunalwahlen am Sonntag für sich nützte. „Die Zahl der Ankünfte in Italien ist niedriger als im vergangenen Jahr“, sagte Renzi bei einer Pressekonferenz am Montag.

Rückgang von 1,5 Prozent

Nach Angaben des Flüchtlingswerks UNHCR sind seit Anfang diesen Jahres 47.881 Menschen per Boot in Süditalien eingetroffen. Das entspricht einem Rückgang von 1,5 Prozent im Vergleich zum Vergleichszeitraum 2015. Die meisten in Italien eingetroffenen Migranten stammen aus Nigeria, Gambia, Somalia, Côte d'Ivoire und Eritrea.

Die italienische Reformenministerin Maria Elena Boschi drängte indes zu engeren Beziehungen zwischen EU-Nachbarländern zur Bewältigung der Flüchtlingsproblematik. „Es ist unvorstellbar, einen Grenzzaun am Brenner zu errichten“, sagte die Ministerin, die am Montag an einer Veranstaltung Südtiroler Unternehmer in Bozen teilnahm.

apa

stol