Freitag, 20. April 2018

Reuters-Reporter in Myanmar in Falle gelockt

In Myanmar befinden sich zwei Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters seit Ende letzten Jahres in Haft. Sie hatten zu der Vertreibung der Rohingya recherchiert. Ihnen wird vorgeworfen, sich illegal Informationen beschafft zu haben, um diese an ausländische Medien weiterzugeben. Im Rahmen der Anhörungen vor Gericht, kam es am Freitag zu einer brisanten Wendung.

Journalist Wa Lone am Freitag auf dem Weg ins Gericht.
Journalist Wa Lone am Freitag auf dem Weg ins Gericht.

Ein Polizist im Zeugenstand gab die Hintergründe preis, die zu der Verhaftung geführt hatten. Demnach hatte er die Anweisung, die Journalisten Wa Lone und Kyaw Soe Oo in eine Falle zu locken: er sollte sich mit den Journalisten verabreden, um ihnen geheime Dokumente zu übergeben. Eben jene Dokumente, dessen Beschaffung ihnen angelastet wird.

Die Angelegenheit, zu der die Journalisten recherchierten, hat in Myanmar höchste Brisanz: Das Vorgehen der Armee gegen die Volksgruppe der Rohingya, durch die es seit August 2017 zu einer Massenflucht nach Bangladesch kam. Die Journalisten geben sich standfest: „Wir Reporter können gute, ehrbare Arbeit leisten. Wir lassen uns nicht für dumm verkaufen.“

Sowohl der Prozess der beiden Journalisten, als auch das Schicksal der muslimischen Minderheit im mehrheitlich buddhistischen Myanmar erhält weltweit hohe Aufmerksamkeit. Die UN geht von mindestens 700.000 Geflüchteten aus.

reuters

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stol