Bürger, die aufgrund von Urteilen oder wegen des Verhaltens eines Richters bzw. Staatsanwalts Schaden erlitten haben, können in argen Fällen gegen den Staat und die Richter selbst vor Gericht ziehen und eine Entschädigung beantragen.Der Gesetzentwurf wurde mit den Stimmen von 265 Abgeordneten verabschiedet, 51 Deputierte votierten dagegen.63 Parlamentarier der Lega Nord, der Forza Italia und der Linkspartei SEL enthielten sich der Stimmen. Die oppositionelle Cinque Stelle-Bewegung votierte dagegen."Es handelt sich um einen historischen Schritt. Die Justiz wird von nun an weniger ungerecht sein und die Bürger besser vor Fehlern schützen", feierte Justizminister Andrea Orlando.Er erinnerte daran, dass aufgrund der heutigen italienischen Rechtslage zur zivilrechtlichen Haftung der Richter, Italien vom Gerichtshof der EU drei Mal verurteilt worden ist.Das Gesetz stelle einen Mittelweg dar: Denn einerseits könne ein Richter, der grobe Fehler macht oder fahrlässig ist, von einem Bürger in die Pflicht genommen werden. Andererseits könnten Klagen nur bei argen Fehlern eingereicht werden.Kritik musste Orlando vom Richterband ANM hinnehmen. "Die Verabschiedung dieses Gesetzentwurfs erfolgt in einer Zeit der ausufernden Korruption und ist ein katastrophales Signal, das die Regierung dem Land entsendet", kommentierte der Richterverband.mit