Zum Auftakt des europäischen Superwahljahrs haben die Niederländer am Mittwoch ein neues Parlament gewählt. Europa blickt vor allem auf das Abschneiden des Rechtspopulisten Geert Wilders, der gegen Muslime Stimmung macht und die Niederlande aus der EU führen will. Sein Abschneiden könnte auch ein Hinweis auf die Wahlchancen anderer anti-europäischer Bewegungen und Parteien in der EU geben.Im April/Mai folgt die Präsidentschaftswahl in Frankreich mit Marine Le Pen vom Front National und im September die Bundestagswahl mit der AfD.Erste Prognosen ab 21 UhrDie Beteiligung an der Abstimmung lag bis zum Nachmittag deutlich höher als bei der letzten Wahl 2012. Insgesamt waren etwa 13 Millionen Niederländer zur Wahl aufgerufen. Die ersten Prognosen wurden nach Schließung der Wahllokale ab 21.00 Uhr erwartet.Wilders sagte am Mittwoch kurz nach seiner Stimmabgabe in Den Haag, selbst wenn seine Partei für die Freiheit (PVV) es nicht schaffen sollte, stärkste Kraft zu werden, habe sie doch gewonnen: „Wir haben dieser Wahl unseren Stempel aufgedrückt. Jeder redet über unsere Themen“, sagte Wilders mit Blick auf die Debatten über Migration und den Islam.Regierung profitiert von Türkei-KonfliktNach letzten Umfragen vom Dienstagabend büßte Wilders' Partei – in der nur er selbst Mitglied ist – an Zustimmung ein. Sie konnte demnach mit rund 13 bis 14 Prozent rechnen. Die rechtsliberale Regierungspartei VVD von Ministerpräsident Mark Rutte ging als Favorit ins Rennen. Sie kann demnach leicht von dem heftigen diplomatischen Konflikt mit der Türkei profitieren und liegt nun mit etwa 17 bis 20 Prozent an erster Stelle.dpa