Samstag, 30. September 2017

Ritten: 30 Jahre Firmenjubiläum CARMETER

Die Erfolgsstory von Josef Hermeter, vom Rittner Bergbauernbub zum Unternehmer mit rund 30 Mitarbeitern. Vom Ritten in die Welt werden hier Autoteile für Lamborghini und die VW-Gruppe (Mercedes, Audi etc..) hergestellt. Am Samstag wurde das Firmenjubiläum von CARMETER in der Handwerkerzone Klobenstein kräftig gefeiert.

CARMETER feierte Jubiläum.
CARMETER feierte Jubiläum.

Seit 30 Jahren gibt es das Unternehmen CARMETER in Ritten. Und es ist eine Erfolgsgeschichte:  Nach der Grund- und Mittelschule begann Josef Hermeter, Jahrgang 1965, mit 16 Jahren (aufgrund eines schweren Traktorunfalls in der 3. Klasse Mittelschule) etwas zeitverschoben seine Lehre bei Karosserie Karl Lang, wo er zusammen mit Geselle Helmut Kofler („Liaberter Helmut“) 3 gute und lehrreiche Jahre erlebte. Obwohl er im 2. Jahr den Beruf an den Nagel hängen wollte, war Sepp zum Schulschluss einer der guten Schüler und konnte die Lehre erfolgreich abschließen.

Ab jetzt widmete er sich unter seinem Vorgesetzten Walter Weifner immer mehr der Autospenglerei. Nach 7 Jahren hatte Sepp von dieser Arbeit „genug“ und wechselte zur Firma Finstral in Schichtarbeit. Jedoch bereits nach 2 Monaten entschied er sich dann zur Selbständigkeit. 

Im November 1987 erfolgte die Anmeldung vom Gewerbe und die Gründung der Karosserie Hermeter im elterlichen Haus in Wangen (Beistandhof) als Einzelfirma ohne Angestellte.

Der Slogan war „rufen Sie an und Ihr Auto wird abgeholt“, es hat ihn aber niemand oder kaum jemand gefunden, da die Werkstatt an einem sehr abgelegenen Ort war.

Die wichtigsten Eckdaten im Überblick: 

-          September 1989: Nach 2 Jahren Karosserie als Einmannbetrieb am Beistandhof Umzug nach Klobenstein in Miete zu seinem Bruder Franz. Dieser machte die mechanischen Arbeiten, Sepp die Karosseriearbeiten. So konnten die beiden Brüder den kompletten Service fürs Auto mit Abschleppdienst (24h), Reifen, Motor usw. anbieten.

-          1989 bis 2003: Mit 2 Mitarbeitern wurde in dieser Werkstatt gewirtschaftet, ein 24h Abschleppdienst angeboten, mechanische Arbeiten im oberen Stock gemacht und bis zu manchmal 23h hart und intensiv gearbeitet. Parallel dazu machte Sepp den Meisterbrief.

-          Ab 1993 führte er zusätzlich zur Werkstatt am Ritten, noch eine Karosseriewerkstatt in Bozen. Ein neuer Markt hatte sich eröffnete: Hier wurde u.a. Designlackierung von Motorrädern der „Harley Davidson“ gemacht. Schließung der Bozner Werkstatt 1998.

-          1999: Entdeckung neuer Marktnische, ein zweiter Wirtschaftszweig bot sich an: Neben Autos spezialisierte sich der Betrieb ab jetzt auch auf die Grundierung und Lackierung der Autoteile (Stoßstangen, Spoiler usw., alles aus Kunststoff). Hauptkunde war vor allem Autotest Lana. Neben dem Tagesgeschäft begeisterte sich Sepp immer mehr für das Airbrush.

Nach und nach kamen auch Aufträge für die Gestaltung von Motorrädern;Spezial- und Sonderlackierungen gehörten nun zusätzlich zur Produktpalette.

-          2001/2002: Beginn mit dem Bau einer Betriebshalle mit Wohnung und neuer Wertstätte auf einer Fläche von 1600 m².

-          2003: Einzug in die neue Werkstatt mit 5 Angestellten. Es entstand das Unternehmen CARMETER mit neuem Logo und Firmenauftritt.

-          2004: Errichtung einer neuen, halbautomatischen Lackieranlage für die Kleinserien der Autozubehörteile.

-          2005: Gründung der 2. Firma mit dem Namen MECMETER, die sich mit den mechanischen Teilen des Autos beschäftigte.

-          2007: Rückschlag durch Qualitätseinbruch in Serienlackierung, Haftungsproblem mit dem Lack etc.

-          2008: ging die MECMETER in CARMETER über und somit wurde alles ein Unternehmen.
Erste Projekte zur Lackierung der Autoteile von Audi V 10 und Lamborghini. Die Firma beschäftigte von nun an 15 Leute.

-          2008/2009: folgte die Wirtschaftskrise, Einbruch im Autosektor um 70%. Der Betrieb war damals ziemlich auf die Industrielackierung fokussiert, der Reparatursektor wurde vernachlässigt. Das Unternehmen wurde auf 10 Mitarbeiter reduziert und es ging weiter bergab. Ein Ende der Firma schien nah. Josef Hermeter dachte, es nicht mehr zu schaffen und war beinahe beim Aufgeben! Die Raiffeisenkasse Ritten als guter Bankpartner, auch in solchen Zeiten, Rückzahlungen, die ausgedehnt werden konnten, Lieferanten, die aufs Geld warteten und so ging es sehr schleppend weiter… Schließlich war wieder alles ins Lot gebracht, das Unternehmen erholte sich, kam voll gestärkt aus der Krise heraus und hatten einen Aufschwung wie nie zuvor.

-          2010: Es folgten 4 gute Jahre und die Firma wuchs auf 20 Mitarbeitern heran.

-          2014: Gründung der Firma STRATOS GmbH mit Thomas Oberrauch.
STRATOS beschäftigt sich ausschließlich mit Industrielackierung im Sektor Automotiv. Der Platz im Gebäude CARMETER wurde zu eng. Gegenüber bot sich glücklicherweise ein Gebäude. Kauf der Halle 41, wohin die Werkstatt verlegt wurde. Somit wurden die zwei Sektoren getrennt.

-   STRATOS investierte in eine neue, automatische Lackieranlage, um die wachsenden Anfragen abwickeln zu können und lackiert inzwischen für namhafte Marken der VW Gruppe (Mercedes AMG, Audi etc.)

-   CARMETER beschäftigt sich weiterhin mit der Karosseriereparatur und Sonderlackierungen.

-   2015: konnte CARMETER (jetzt ergänzt durch die Tochterfirma STRATOS) mit Lamborghini einen bedeutenden Partner gewinnen. Von nun an werden für den Lamborghini Huracan und für den Lamborghini Aventador die kompletten Stoßfänger (hinten und vorne) in der Werkstatt lackiert. Inzwischen werden dort 3-4 Modelle in tausendfacher Auflage gefertigt und gehen vom Ritten in die Welt…

-   2016: Aufgrund der großen Nachfrage im Bereich Autobeklebung wurde eine eigene Abteilung mit dem Namen decometer gegründet: Hier kümmert sich Andrea Talpo um den Bereich Autobeklebung und Digitaldruck.

-   Seit 2017 ist Georg Hochkofler für die Bereiche Grafik-Service und Fotografie zuständig.

-    Außerdem hat das Unternehmen u.a. neben den Rittner Buam auch Josef Unterholzner in seiner Ausübung als Rennfahrer und Go-Kart Nachwuchsfahrerin Selina Prantl vom Rennstall ASV Racing Team Meran unterstützt.

Im Rahmen des 30jährigen Firmenjubiläums am 30.09.2017 ist all das ganz zweifelsohne eine bemerkenswerte Besonderheit. Der Firmenchef Josef Hermeter hat sich im Laufe der letzten 3 Jahrzehnte vom einfachen Bergbauernbub zum Unternehmer mit rund 30 Mitarbeitern emporgearbeitet. ... und die Erfolgsgeschichte CARMETER, die ist noch nicht zu Ende …

Text: Beatrix Unterhofer 

Die Firmenfeier begann mit einer Heiligen Messe. Anschließend war für beste Unterhaltung sowie Speis und Trank gesorgt. Durch die Veranstaltung moderierte Beatrix Unterhofer.

STOL war on Tour und zeigt die schönsten Bilder. 

stol