<b>Von Edith Runer</b><BR /><BR />Robert Demetz ist ein klassischer Grödner. Mit knapp 3 Jahren stand er schon auf Skiern, wenige Jahre später bestritt er die ersten Rennen, und als Jugendlicher wurde er in den Landeskader der Alpinskiläufer aufgenommen. Peter Runggaldier und Werner Perathoner – beide später im Weltcup erfolgreich – waren unter seinen Mannschaftskollegen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1012716_image" /></div> <BR /> Doch Robert hatte 2 entscheidende Nachteile: Erstens: Er war zu wenig ehrgeizig. Zweitens: Er wollte die Matura, um zu studieren. Mangels einer Sportoberschule waren Studium und Profisport damals praktisch unmöglich zu vereinbaren. <BR /><BR />Also entschied sich der junge Sportler für Ersteres. Er studierte Betriebswirtschaft und war bis zum Studienabschluss bei der Carabinieri-Sportgruppe, für die er auch Wettkämpfe bestritt. <h3> Ein Faible für Politik und Zeitgeschichte</h3>3 Jahre lang arbeitete Robert Demetz anschließend als Skitrainer in den USA, legte parallel dazu im Jahr 1989 die Skilehrerprüfung in Südtirol ab und 2 Jahre später die Prüfung zum Skilehrer-Ausbilder. Allerdings verdiente er sein Geld nur für eine Saison auf der Piste, bevor es ihn in die Sportindustrie zog. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1012719_image" /></div> Als Vertriebs- oder Verkaufsleiter für verschiedene Sportmarken war er jahrzehntelang in unterschiedlichen Ländern tätig und viel unterwegs. Daheim in Gröden hatte er aber immer sein Basislager: die Berge, in denen er sich austoben konnte, und vor allem seine Frau und die beiden Kinder, die er so oft wie möglich besuchte. <BR /><BR />Die Kinder sind inzwischen groß und ihr Vater hat es derweil sogar geschafft, ganz nebenbei einen zusätzlichen Master in Management (MBA) zu absolvieren und Politikwissenschaften zu studieren. Wie das ging? „Ich hatte wohl den Ehrgeiz, der mir als Jugendlicher beim Sport gefehlt hat“, gibt Robert Demetz schmunzelnd zu, räumt aber ein, dass er sich immer schon sehr für Politik und Zeitgeschichte interessiert hat. <BR /><BR /><embed id="dtext86-64090581_listbox" /><BR /><BR />Seine Diplomarbeit schrieb er über die Option und deren gesellschaftliche Folgen – ein düsteres Kapitel der Südtiroler Geschichte, „das uns bis heute prägt“. Nach wie vor ist der 58-Jährige am Puls der Zeit, liest gerne Bücher und Fachzeitschriften über politische und zeitgeschichtliche Themen oder Hintergrundberichte in Online-Medien. Der Historiker Rolf Steininger und der Politikwissenschaftler Günther Pallaver gehören zu seinen bevorzugten Autoren. <h3> Skisport als Beruf und Hobby</h3>Seit November 2022 ist Robert Demetz nun „Chef“ der Skilehrer. Rund 2000 Ski-, Snowboard- und Langlauflehrer gehören der Berufskammer an. Dazu kommen rund 800 Assistenten und 500 Skilehrer von außerhalb der Provinz, um die sich der Verband kümmert. Seine Hauptaufgabe sieht er darin, die Kompetenz und das professionelle Auftreten der geprüften Schneesportlehrer zu garantieren – und dadurch letztendlich die Wertschätzung durch Gäste und lokale Bevölkerung. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1012722_image" /></div> Seinen Arbeitsplatz hat Robert Demetz nun fix in Bozen. Das bedeutet: kein Reisen mehr, wenn er auf die heimischen Berge will. Und das tut er im Winter – wen wundert's? – am liebsten auf Skiern. Ehefrau Laura ist ebenfalls Skilehrerin und steht ihrem Mann daher auf den Pisten in nichts nach. Ein Skitag beginnt meistens vor der Haustür in St. Ulrich, aber auch andere Gebiete der Dolomiten bieten der Familie alles, was ein anspruchsvolles Skisportlerherz begehrt. <h3> Auf dem Bike und im Fels</h3>Im Sommer war Robert Demetz als Jugendlicher begeisterter Windsurfer. Später ist er auf das Rennrad umgestiegen, fährt nun aber lieber mit dem Mountainbike, weil er dabei „mehr Natur und weniger Autos“ begegnet. Kurz und knackig geht es dann oft nach Feierabend oder an Wochenenden den Berg hinauf, zum Beispiel auf die Seiser Alm.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1012725_image" /></div> Vor mehr als 10 Jahren, als er für die italienische Bergsportmarke La Sportiva arbeitete, entdeckte Robert Demetz zudem das Alpin- und das Sportklettern für sich. Was er daran mag? „Es ist ein bisschen Adrenalinkick, ein bisschen Überwindung, eine spannende Technik, die alle Muskeln beansprucht, und vor allem kann man damit komplett abschalten, weil die Konzentration ausschließlich dem nächsten Griff gehört“, erklärt er. <BR /><BR />Beim Alpinklettern komme noch das Naturerlebnis hinzu, „und die Freude, wenn man ganz oben steht“. Eine nachhaltige Erinnerung hat Robert Demetz an die Durchsteigung der Langkofel-Nordostwand, Sisyphos-Route genannt. „Mit 23 Seillängen eine Herausforderung, aber eine geniale Tour.“<BR /><BR /><embed id="dtext86-64090288_listbox" />