Der Beruf eines Musikers sei ein „Knochenjob“ und nur halb so romantisch, wie ihn sich außenstehende Musikliebhaber oftmals vorstellen, sagt Robert Neumair. Er vergleicht den Profimusiker gern mit einem Profisportler, denn beide müssten zum richtigen Zeitpunkt Top-Leistungen erbringen. Allerdings hinke dieser Vergleich – zuungunsten des Musikers, fügt er hinzu. Der Sportler habe einen Stab an Betreuern für seine physische und psychische Gesundheit, der Musiker sei hingegen auf sich alleine gestellt. „Zudem endet die aktive musikalische Karriere erst mit dem Pensionsalter, ein Sportler zieht sich viel früher in die zweite Reihe zurück.“<BR /><BR />Nichtsdestotrotz bereut der erfolgreiche Musiker seine Entscheidung nicht, denn „die Musik ist mein Leben.“ Den musikalischen Ausgleich zur Orchestermusik findet er im Blechbläsersextett „Bozen Brass“. Dort könne jeder seine musikalische Leidenschaft auf der Bühne ausleben: „Kein Konzert gleicht dem anderen und wegen des direkten Kontakts mit dem Publikum ist es jedes Mal ein besonderes Erlebnis.“<BR /><BR />Und da gibt es auch noch die „Chemietuttn“. Das sind 13 Mu-sikfreunde aus der Umgebung, die sich vor Jahren anlässlich des Kirchtags in St. Georgen bei Bruneck zusammengefunden haben und seitdem immer wieder mal gemeinsam auftreten. „Kompromisslose Live-Musik von traumatischer Tonverwirrung und Taktwidrigkeit bis zu sonorem Wohlklang“ – so wird das Ensemble beworben. Und wenn es sich ausgeht, hilft Robert Neumair auch bei der Musikkapelle St. Georgen aus, bei der seine Freundin Monika seit 2004 die Oboe spielt. Ihm sind die Freundschaften und die Kollegen sehr wichtig, und gerade die Musikkapelle und die „Chemietuttn“ seinen gute Gelegenheiten, diese Kontakte zu pflegen und zu vertiefen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="791543_image" /></div> <BR /><BR /><b>Leben stark verändert</b><BR /><BR />Durch die Geburt seines Sohnes Mats im Dezember 2020 habe sich das Leben – „wie wohl bei allen jungen Familien“ – grundlegend verändert. Der Tagesablauf dreht sich nun vor allem „um den kleinen Mann“. Robert Neumair genießt die Zeit mit seinem Sohn und Freundin Monika. Sie reisen gerne und sind mindestens einmal im Jahr für mehrere Wochen unterwegs. <BR /><BR />Vor Corona, im Jänner 2020, waren sie in Argentinien, Uruguay und Brasilien. Mittlerweile haben sie sich einen Camper angeschafft, sind jetzt „freier und unabhängiger“ und waren damit im Vorjahr auf Italien-Reise. Und im vergangenen Mai fuhren sie von Genua der ligurischen Küste und der Cote d’Azur entlang bis zum „Palau de la Música in Valencia“. Dort war er schon mehrmals mit Orchestern zu Gast und wollte auch Erinnerungen auffrischen. Aber nicht nur Bekanntes, sondern vor allem fremde Länder, andere Sitten und Menschen kennenlernen und von ihrer Geschichte erfahren – das interessiert ihn auf diesen Reisen ebenso. Das Reisen war aber nicht immer sein Ding. Sein langjähriger Freund und Musikerkollege Stefan Mahlknecht, der 2013 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen ist, hat ihn immer wieder dazu animiert, das Reisen zu genießen, denn „nach Hause kannst du immer wieder zurück.“ Heute versteht er diesen Ratschlag und ist ihm dankbar dafür – wie für so vieles andere mehr.<BR /><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="791546_image" /></div> <BR /><BR />In erster Linie will Robert Neumair – ob zu Hause oder unterwegs – Zeit mit seinen Liebsten verbringen und vor allem den kleinen Mats aufwachsen sehen. Deshalb ist er zur Zeit in Elternzeit und daher länger im Pustertal als normalerweise.<BR /><BR />Um sich körperlich fit zu halten, geht er einmal in der Woche ins Schwimmbad und zieht dort seine Bahnen. Zudem fährt er kurze Strecken mit dem Rad, so auch von St. Georgen in sein Tonstudio in der Handwerkerzone „Aue“ in St. Lorenzen. Seit 2 Jahren betreibt er dort das Studio, wo schon viele seiner Kompositionen entstanden sind. Er widmet sich dabei der Filmmusik, aber vor allem Kompositionen für Blasorchester, denn „wir sind ein Blasmusik-Land.“<BR /><BR /><BR /><Gotham_Bold>Zur Person<BR /><BR />Robert Neumair,</Gotham_Bold> Jahrgang 1982, war schon als Bub von der Steirischen Harmonika seines Vaters Siegmund („Sigi“) fasziniert. Im Alter von 3<EinHalb></EinHalb> Jahren erhielt er seine erste eigene kleine Harmonika. Seither hat ihn die Musik nicht mehr losgelassen – und der Grundstein für seinen weiteren musikalischen Lebensweg war gelegt. Mit 6 begann er Klavier zu spielen. Nach der Mittelschule kam er als Jungstudent ans Musikkonservatorium in Innsbruck (Hauptfach Trompete, Nebenfach Klavier). Zur Jahrtausendwende ging er nach München zum Bayerischen Rundfunk. Nach einigen Jahren an der Isar wechselte er zum DRP-Orchester, der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern, wo er seither stellvertretender Solotrompeter ist. Er wohnt mit seiner Partnerin Monika und dem gemeinsamen Sohn Mats (1<EinHalb></EinHalb> Jahre) in St. Georgen/Bruneck.<BR /><BR />