Dienstag, 26. Januar 2016

Rohani beim Papst: Symbolträchtiges Gespräch über Dialog und Toleranz

Papst Franziskus hat am Dienstag den iranischen Präsidenten Hassan Rohani zu einer Privataudienz empfangen. Das etwa 40 Minuten lange Treffen, an dem auch eine iranische Delegation aus Ministern und Diplomaten teilnahm, galt als Höhepunkt der viertägigen Europareise des Staatschefs.

Ein symbolträchtiges Treffen: Papst Franziskus und Irans Präsident Hassan Rohani haben sich am Dienstag im Vatikan ausgetauscht.
Ein symbolträchtiges Treffen: Papst Franziskus und Irans Präsident Hassan Rohani haben sich am Dienstag im Vatikan ausgetauscht. - Foto: © APA/AFP

Rohani und Franziskus hätten unter anderem über das Atomabkommen gesprochen, so wie auch über die wichtige Rolle, die der Iran nun bei der Suche nach politischen Lösungen für die Gewalt in Nahost spielen könne, teilte der Vatikan mit. Dabei seien sich beide einig gewesen, dass für den Frieden der Dialog zwischen den Religionen sowie Toleranz sehr wichtig seien.

Rohani habe dem Papst einen handgewebten Teppich und ein Buch mit persischen Miniaturen geschenkt, der Papst habe die Geste mit einem Medaillon des heiligen Martin erwidert. „Dies ist eine Darstellung von Martin, der den Mantel teilt, um einem Armen zu helfen“, zitierte die Nachrichtenagentur Ansa den Pontifex. „Es ist ein Zeichen der Brüderlichkeit.“

Obwohl es nicht der erste Besuch eines iranischen Staatsoberhauptes bei einem Papst war, wurde die Audienz bereits im Vorfeld als symbolträchtig interpretiert. Der schiitische Iran sendet dem sunnitischen Erzfeind Saudi-Arabien damit eine Botschaft: Der Iran hat keine Differenzen mit den Christen. 1999 war bereits Rohanis Vorgänger Mohammed Chatami mit Johannes Paul II. zusammengetroffen.

dpa

stol