Montag, 18. Mai 2015

Rollen statt falten - Sieben Packtipps für den Urlaub

Viele Urlauber stehen vor Reisebeginn noch einmal richtig unter Strom - vor der Erholung kommt der Packstress! Überflüssig, wissen Experten. Und verraten ihre besten Tipps.

Flüssigkeiten dürfen nur bis zu einem Volumen von 100 Millilitern im Handgepäck transportiert werden - und dann am besten in einem verschließbaren Klarsichtbeutel. (Foto: Silvia Marks)
Flüssigkeiten dürfen nur bis zu einem Volumen von 100 Millilitern im Handgepäck transportiert werden - und dann am besten in einem verschließbaren Klarsichtbeutel. (Foto: Silvia Marks)

„Ich muss noch packen“: Dieser Satz vor dem Urlaub kann ein Drama auslösen. Was mitnehmen? Verdammt, der Koffer geht nicht zu! Verzweiflung muss aber nicht sein. Mit diesen sieben Packtipps ist Entspannung angesagt:

1. Arznei und Elektronik ins Handgepäck: "Es kommt vor, dass es einen medizinischen Notfall an Bord des Flugzeugs gibt und der Passagier sagt, er hat seine Tabletten im aufgegebenen Gepäck", erzählt Steffen Homoelle, Flugbegleiter bei Air BerlinAir Berlin. Er rät, die notwendigen Medikamente nie mit dem Hauptgepäck aufzugeben. Dieser kann verloren gehen. Auch Laptop und Kamera gehören ins Handgepäck. Im Koffer können die Geräte beschädigt werden. „Und die Haftung für Schäden ist beschränkt“, warnt Homoelle. Das Sondererziehungsrecht setzt die Höhe des Schadenersatzes fest, eine künstliche internationale Währungseinheit. Mehr als ungefähr 1200 Euro für Schäden gibt es nicht.

2. Flüssigkeiten und Cremes in den Koffer: Behältnisse, die mehr als 100 Milliliter fassen, dürfen nicht ins Handgepäck. Diese Regel ist nicht neu, wird aber oft ignoriert. So werden am Frankfurter Flughafen pro Monat im Schnitt rund 50 Tonnen Getränke und Kosmetika aussortiert, erklärt der Betreiber FraportFraport . Flüssigkeiten im Handgepäck stecken am besten in einem durchsichtigen Beutel.

3. Handtücher und Föhn zu Hause lassen: Sie gibt es meist im Hotel. Die Reisebloggerin Yvonne Zagermann von Justtravelous.com hält den Föhn sogar für „völlig unnötig“. Ihr größter Packfehler: „Viel zu viel einzupacken aus Angst, etwas zu vergessen oder im Urlaub dann doch genau das eine Kleid anziehen zu wollen, das daheim im Schrank hängt.“ Ihre Erfahrung ist aber: „Im Urlaub ist es nicht anders als im Alltag: Man zieht doch immer nur seine Lieblingsklamotten an, und der Rest bleibt im Koffer.“ Es gibt ein Utensil, das Zagermann immer mitbringt – abgesehen von Pass, Kreditkarten und Geld: Sonnencreme. Sie ist im Urlaubsort meist teurer. Mückenschutzmittel kauft sie vor Ort, dort sind die Mittel oft besser.

4. Rollen statt falten: Werden Klamotten gerollt, passen mehr in den Koffer, sagt Homoelle. „Aber man muss eng rollen und nicht zu schluderig.“ Zagermann nutzt außerdem Vakuumbeutel. Damit lassen sich Kleidungsstücke noch weiter komprimieren. Den zusätzlichen Platz sollte man nicht komplett vollstopfen, denn fast jeder kauft im Urlaub ein. Für den Rückflug droht eine Nachzahlung für Übergepäck.

5. Lücken stopfen: Erst Jeans und Schuhe einpacken, sie sind am schwersten. Socken und Unterhosen kommen gerollt in die Schuhe. Dann wird die übrige Kleidung verteilt. Die Lücken füllt Kleinkram aus. „Und das schicke Hemd für den Abend am besten hinter das Netz oder in den oberen Bereich des Koffers packen“, empfiehlt Homoelle.

6. Als Paar über Kreuz packen: Ein Koffer kann kurzweilig verloren gehen. Paare können daher ihr Gepäck auf beide Koffer verteilen, rät Homoelle. Ins Handgepäck kommen Unterhosen, Socken und Badeshorts.

7. Das Gepäck sichern: Homoelle rät zu einem TSA-Schloss für den Koffer. Dieses können Flughafenmitarbeiter im Zweifel mit einem Universalschlüssel öffnen. „Ansonsten brechen sie den Koffer auf“, weiß der Flugbegleiter.

dpa/tmn

stol