Mittwoch, 09. September 2015

Rom drängt auf Rückführung von Migranten auf EU-Kosten

Circa 10.000 Migranten wurden in diesem Jahr von Italien in ihre Heimat zurückgeschickt, da sie kein Recht auf Asyl haben. Die Rückführung der Migranten in ihre Herkunftsländer ist jedoch eine komplizierte und kostspielige Angelegenheit. Italiens Außenminister Paolo Gentiloni drängt jetzt, dass dies von der EU finanziert werde.

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„Es bestehen keine Zweifel, dass Migranten ohne Asylrecht in ihre Heimat zurückgeschickt werden sollen. Es genügt nicht, dass die EU die Umverteilung der Flüchtlinge im Rahmen ihrer Grenzen finanziert. Sie muss auch die kostspielige Heimführung finanzieren“, sagte der Außenminister in einer Ansprache vor der Abgeordnetenkammer in Rom.

Gentiloni lobte die Vorschläge von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zur Verteilung von 160.000 über Griechenland, Ungarn und Italien eingereisten Flüchtlingen, der zeitliche Horizont seines Programms sei jedoch zu knapp. Die Flüchtlingskrise werde noch Jahre andauern, prophezeite Gentiloni.

Die Regierung von Premier Matteo Renzi will indes das Flüchtlingslager von Mineo nahe Catania, die größte Flüchtlingseinrichtung Europas, schließen. Die circa 3.500 Migranten, die dort untergebracht sind, sollen in kleinere Flüchtlingseinrichtungen ziehen, meinte Reformministerin Maria Elena Boschi.

apa

stol