7.500 Unterkünfte für die Flüchtlinge, die zuletzt in Süditalien gelandet sind, muss das Innenministerium auftreiben.Vor allem die von der rechtspopulistischen Lega Nord regierten Regionen Lombardei und Venetien, die sich bisher gegen die Aufnahme weiterer Flüchtlinge gewehrt hatten, wurden vom Innenministerium aufgerufen, ihren Pflichten nachzukommen, berichtete die Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ am Mittwoch.Bisher hätten die süditalienischen Regionen Sizilien, Apulien und Kampanien, sowie Latium mit der Hauptstadt Rom die Größte Last der Flüchtlingsaufnahme übernommen.Der Streit, wie die Bootsflüchtlinge, die von Marineschiffen zu Hunderten Tag für Tag in Süditalien an Land gebracht werden, innerhalb Italiens verteilt werden sollen, wird immer hitziger.Weil Asylverfahren extrem lange dauern, leben in den italienischen Aufnahmezentren etwa 84.000 Menschen, fast ein Viertel davon in Sizilien. Die reiche Region Venetien hat dagegen nur vier Prozent der Asylbewerber aufgenommen. Wegen des Notstands im Süden verlangt Innenminister Angelino Alfano, Provinzen und Kommunen in ganz Italien müssten 9.000 weitere Plätze bereitstellen, unter anderem in leeren Kasernen oder Turnhallen.Bisher findet er wenig Gehör. Nur 800 der 8.000 italienischen Gemeinden haben Flüchtlingsunterkünfte.„Wir werden uns diese Invasion von illegalen Einwanderern nicht bieten lassen“, sagte kürzlich der lombardische Regionalpräsident Roberto Maroni. Die Regierung müsse dafür sorgen, dass die Flüchtlingsboote schon in Libyen gestoppt werden.Sein Kollege aus Venetien, der am Sonntag wiedergewählte Lega-Spitzenpolitiker Luca Zaia, befürchtet wegen der Migranten Einbußen im Tourismus.apa