Freitag, 21. Februar 2020

Rom gibt Grünes Licht für Alitalias „Bad Company“

Die italienische Regierung hat grünes Licht für die Einrichtung einer „Bad Company“ gegeben, die die Schulden der Alitalia übernehmen soll.

Der italienische Staat hat  bislang Kredite in der Höhe von rund 1,3 Milliarden Euro an die Fluggesellschaft Alitalia vergeben.
Der italienische Staat hat bislang Kredite in der Höhe von rund 1,3 Milliarden Euro an die Fluggesellschaft Alitalia vergeben. - Foto: © ANSA / Redazione Telenews
Damit soll der Verkauf der krisengeschüttelten Airline beschleunigt werden, berichtete die Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ in der Freitagsausgabe.

„Wer Alitalias Assets übernimmt, braucht nicht die Schulden der Airline gegenüber dem italienischen Staat zu übernehmen“, berichtete Industrieminister Stefano Patuanelli.

Der Insolvenzverwalter der Fluggesellschaft, Giuseppe Leogrande, traf indes die Gewerkschaften, denen er einen Plan zum Kostenabbau vorstellte. Damit soll die Airline für Käufer attraktiver werden.

Ab April verzichtet Alitalia auf die Routen Rom-Seoul und Rom-Santiago de Chile. Nach Ablaufen des Leasingvertrags will Alitalia auf 2 Maschinen des Typs A330 und auf eine Boeing 777-300 verzichten, die Langstreckenflüge bedienen. Auch einige Maschinen für Mittelstreckenflüge sollen verkauft werden.

Die Pläne Alitalias treiben die Gewerkschaften auf die Barrikaden, die um die Zukunft der maroden Airline bangen. Sie planen weitere Streiks neben einem bereits für 25. Februar angekündigten Arbeitsausstand.

Im Dezember hatte die Regierung in Rom einen weiteren Überbrückungskredit in Höhe von 400 Millionen Euro für Alitalia genehmigt. Damit solle der Flugbetrieb der Gesellschaft vor einem möglichen Verkauf bis zum 31. Mai 2020 gesichert werden, wie es hieß.

Die staatlichen Kredite für die Fluggesellschaft summieren sich auf nunmehr rund 1,3 Milliarden Euro. Es gilt als unwahrscheinlich, dass das Unternehmen diese jemals zurückzahlen kann. Damit würden die Kredite aus Sicht der EU-Kommission aber zu unerlaubten Subventionen. Alitalia fliegt derzeit mit knapp 11.000 Beschäftigten etwa 350 Millionen Euro Verlust im Jahr ein.

apa

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