Mittwoch, 22. März 2017

Rom-Gipfel: Italien rechnet mit Ansturm von 8.000 Anarchisten

Mit rund 8.000 sogenannten Teilnehmern des Schwarzen Blocks aus ganz Europa rechnet die italienische Polizei bei einer für Samstagnachmittag geplanten europakritischen Demonstration, die am Rande der Feierlichkeiten für das 60. Jubiläum der Römischen Verträge stattfindet. Befürchtet werden Straßenkämpfe und schwere Vandalismusakte, berichteten italienische Medien.

Foto: © LaPresse

Die Anarchisten werden vor allem aus Frankreich, Griechenland und Deutschland eintreffen. Schärfste Sicherheitsvorkehrungen werden zur Vorbeugung von Krawallen durch vermummte anarchistische Gruppen ergriffen.

Das gesamte Gelände rund um den Kapitolshügel, in dem die EU-Staats- und Regierungschefs tagen, soll in eine Sicherheitszone umgewandelt werden, was bereits den Protest der Kaufleute, Taxifahrer und Touristiker auslöste.

Vier Protestzüge und zwei Demonstrationen sind am Samstag in Rom geplant. 3.000 Soldaten sollen die Sicherheit der prominenten Gäste garantieren, zu denen auch Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) zählt. Die Militärs seien gemeinsam mit den Carabinieri und den Polizisten bei Anti-Terror-Kontrollen in der ganzen Stadt im Einsatz.

Flughäfen, Bahnhöfe und U-Bahnstationen bewacht

Soldaten werden in der italienischen Hauptstadt sensible Einrichtungen wie Flughäfen, Bahnhöfe, U-Bahn-Stationen und Botschaften bewachen. Auch rund um den Vatikan sind die Sicherheitsvorkehrungen streng wie noch nie. Gepanzerte Autos stehen vor dem Kolosseum in Rom.

Zehntausende Demonstranten werden zu dem „Europa-Marsch“ erwartet, der am Samstagnachmittag im Zentrum Roms geplant ist. Die Teilnehmer wollen für eine gemeinsame europäische Zukunft, gegen Nationalismus und Abschottung demonstrieren, teilten die Organisatoren, die Europäischen Föderalisten, gestern in Rom mit.

Sie wollen einen Appell an die in Rom tagenden EU-Staats- und Regierungschefs für mehr Zusammenhalt und Einigkeit richten.

„Das europäische Projekt, das uns bisher Frieden und Wohlstand gebracht hat, droht zu scheitern. Viele Gruppierungen predigen die Überlegenheit der eigenen Nation, schotten sich von ihren Nachbarn ab und verachten die Idee der freien und demokratischen Gesellschaft. Sie wollen die Uhr zurückstellen. Dieser Entwicklung werden wir nicht tatenlos zusehen“, sagte der Präsident der Jungen Föderalisten, Simone Fissolo.

apa

stol