Samstag, 31. Oktober 2015

Rom kommissarisch verwaltet – Wahlen in vier größten Städten Italiens

Nach der Absetzung des römischen Bürgermeisters Ignazio Marino stehen im Frühjahr 2016 in den vier größten Städten Italiens Neuwahlen an.

Ignazio Marino gibt Premier Matteo Renzi die Schuld daran, dass sein Rücktritt vom Rücktritt gescheitert ist.
Ignazio Marino gibt Premier Matteo Renzi die Schuld daran, dass sein Rücktritt vom Rücktritt gescheitert ist. - Foto: © LaPresse

Außer in der Hauptstadt, die seit Freitagabend kommissarisch geführt wird, wird auch in Mailand, Neapel und Turin gewählt.

Italienische Medien meldeten am Samstag, Ministerpräsident Matteo Renzi strebe einen gemeinsamen Wahltag an. Dies wäre ein Popularitätstest für den seit Februar 2014 regierenden Regierungschef des linken Partito Democratico (PD).

Marino (ebenfalls PD), dem unter anderem vorgeworfen wird, private Essen mit der städtischen Kreditkarte bezahlt zu haben, hatte am 12. Oktober seinen Rücktritt als Bürgermeister eingereicht. Am Donnerstag machte er aber von der Möglichkeit Gebrauch, diesen binnen einer 20-Tage-Frist zu widerrufen.

Marino gibt Renzi die Schuld an Rücktritt

Daraufhin legten am Freitag 26 Gemeinderatsmitglieder ihre Mandate nieder. Dies führte zur automatischen Auflösung des Stadtparlaments und dem Amtsende Marinos.

Marino reagierte auf seine Absetzung erbost. „Wer mich erdolcht hat, hat 26 Namen und Vornamen, aber nur einen Auftraggeber“, sagte er in Anspielung auf Renzi.

Stadtpräfekt Franco Gabrielli ernannte am Abend den bisherigen Mailänder Präfekten Francesco Paolo Tronca zum Kommissar. Er soll einen reibungslosen Ablauf des am 8. Dezember beginnenden außerordentlichen Heiligen Jahres garantieren.

Der Präfekt ist der Vertreter des Innenministers in einer italienischen Provinz. Tronca hatte sich während der Weltausstellung Expo in Mailand hohes Ansehen erworben.

dpa

stol