Dienstag, 12. Juli 2016

Rom plant Register für Imame: Predigten nur auf Italienisch

Die italienische Regierung hat sich mit den Vertretern der größten islamischen Gemeinschaften und Verbänden über die Einführung einer Art von „Register“ für Imame geeinigt. Die islamischen Gemeinschaften sollen Imame drängen, Bildungskurse zum Thema italienische Gesetzgebung und Recht zu besuchen.

Die regierung in Rom versucht Radikalisierung im Keim zu ersticken.
Die regierung in Rom versucht Radikalisierung im Keim zu ersticken. - Foto: © shutterstock

Nur Imame, die sich an die nationalen Gesetze halten und die Integration fördern, sollen in das vom Innenministerium geführte Register eingetragen werden. Um als Imam anerkannt zu werden, müssen islamische Prediger volljährig sein, ihren Wohnsitz in Italien haben, die italienische Sprache beherrschen, keine Probleme mit der Justiz haben und die „Prinzipien der Integration in die nationale italienische Gemeinschaft“ teilen. Sie müssen sich hinzu verpflichten, auf Italienisch zu predigen.

Dialog fördern

„Diese Einigung ist ein wichtiger Schritt zur Förderung des Dialogs unter den Religionen in Italien“, sagte Innenminister Angelino Alfano nach Angaben der römischen Tageszeitung „Il Messaggero“ am 12. Juli. Damit wolle man das Phänomen der „Hassprediger“ bekämpfen, hieß es in Rom. Vor allem die ausländerfeindliche Oppositionspartei Lega Nord warnt immer wieder vor der Gefahr fundamentalistischer Propaganda in improvisierten Moscheen. Moslems treffen sich regelmäßig in oft improvisierten Gebetsräumen wie Garagen, Lagerhallen oder Kellern. Allein in Rom wurden 30 davon gezählt, in ganz Italien sind es nach Angaben des Innenministeriums rund 700.

Improvisierten Moscheen gegenwirken

Die Zahl der Moscheen in Italien ist stark beschränkt, sie befinden sich lediglich in Rom, Segrate, Ravenna. Colle di Val d'Elsa in der Toskana, Palermo und Catania. Die meisten islamischen Zentren befinden sich in Bologna, Novara und Venedig. 1,65 Millionen Muslime leben laut Innenministerium zurzeit in Italien, das sind 33 Prozent aller Ausländer.

apa

stol