Mittwoch, 15. März 2017

Rom rechnet 2017 mit neuem Rekord an Flüchtlingen

Nachdem die Zahl der seit Anfang 2017 in Italien angekommenen Migranten gegenüber dem Vergleichszeitraum 2016 um 67 Prozent gestiegen ist, rechnet Rom im Gesamtjahr mit einem neuen Rekordhoch an Flüchtlingen.

Foto: © APA/AFP

Bis Ende 2017 werden 250.000 Flüchtlingsankünfte erwartet, nach dem Rekord von 181.000 Migranten im Jahr 2016, geht aus Prognosen des italienischen Innenministeriums hervor.

15.852 Migranten sind seit dem 1. Jänner 2017 in Süditalien eingetroffen, im Vergleichszeitraum 2016 waren es 9.496. 521 Menschen sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (OIM) bei Seefahrten über das Mittelmeer in diesem Jahr ums Leben gekommen.

„Diese Zahlen sind ein besorgniserregendes Signal. Wir könnten wirklich in Schwierigkeiten geraten, sollten weiterhin tausende Migranten eintreffen“, verlautete es aus dem Innenministerium. Die meisten 2017 angekommenen Migranten starteten aus Libyen und zum Teil aus Ägypten, Tunesien und Algerien. Sie stammen mehrheitlich aus Nigeria, Gambia, Senegal, Cote d'Ivorie, Mali und Guinea.

Italien befürchtet einen Kollaps seines Aufnahmesystems. Der Plan des Innenministeriums, laut dem jede italienische Gemeinde 2,5 Migranten pro 1.000 Einwohnern versorgen soll, könnte angesichts des massiven Einwanderungsdrucks nicht ausreichen. Italien hat in den vergangenen vier Jahren die Zahl der Unterkünfte für Migranten mehr als verfünffacht, berichtete das Innenministerium.

Die Regierung in Rom macht Druck auf die norditalienischen Regionen, damit sie mehr Migranten aufnehmen. Flüchtlingslager sollen unter anderem in leeren Kasernen, Turnhallen oder Schulen eingerichtet werden. Auch in Hotels, auf Campingplätzen und in Feriendörfern sollen Flüchtlinge untergebracht werden.

Besonders schwierig ist die Lage wegen der vielen minderjährigen und unbegleiteten Migranten. Seit Jahresbeginn trafen 2.230 Kinder ein. Das Innenministerium bemüht sich um mehr Unterkünfte für minderjährige Flüchtlinge ohne Eltern.

apa

stol