Montag, 12. Januar 2015

Rom verschärft Kontrollen in jüdischem Viertel

Nach den Terroranschlägen in Paris hat die italienische Polizei die Kontrollen im historischen jüdischen Ghetto und rund um die jüdische Schule in Rom verschärft.

Angelino Alfano
Angelino Alfano - Foto: © APA/EPA

Auch die Kontrollen rund um Botschaften, Monumente, Basiliken und Medienredaktionen würden verschärft, teilte Polizeisprecher Diego Parente nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA mit.

In dem Stadtviertel am rechten Tiberufer, wo auf Höhe der Tiberinsel das Ghetto 1555 eingerichtet und 1870 aufgelöst wurde, lebt auch heute noch ein Großteil der jüdischen Gemeinde Roms.

Innenminister Angelino Alfano hatte am Freitag vor dem Parlament in Rom schärfere Anti-Terror-Maßnahmen angekündigt. So soll unter anderem eine Anti-Terror-Behörde eingerichtet werden, nach Modell der Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft, die sich mit der Gefahr des fundamentalistischen Terrorismus befassen soll, so Alfano.

Terrorverdächtigen, die das Land verlassen möchten, soll der Pass entzogen werden können. Außerdem soll die Polizei mehr Rechte bekommen, um Webseiten zu blockieren, die Terroristen für Propaganda nutzten. Der Innenminister schloss nicht aus, dass auch in Italien Anschläge verübt werden könnten, auch wenn es keine Signale gebe, die darauf hinweisen. Die Sicherheitsvorkehrungen seien verschärft worden.

apa

stol