Freitag, 09. Januar 2015

Rom will Anti-Terror-Behörde einrichten

Italiens Innenminister Angelino Alfano am Freitag vor dem Parlament in Rom schärfere Anti-Terror-Maßnahmen angekündigt. Die Sicherheitsvorkehrungen rund um den Vatikan wurden verschärft.

Minister Alfano will mehr Sicherheit.
Minister Alfano will mehr Sicherheit. - Foto: © LaPresse

So soll unter anderem eine Anti-Terror-Behörde eingerichtet werden, nach Modell der Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft, die sich mit der Gefahr des fundamentalistischen Terrorismus befassen soll, so Alfano.

Terrorverdächtigen, die das Land verlassen möchten, soll der Pass entzogen werden können. Hinzu soll die Polizei mehr Rechte bekommen, um Webseiten zu blockieren, die Terroristen für Propaganda nutzten. Der Innenminister schloss nicht aus, dass auch in Italien Anschläge verübt werden könnten, auch wenn es keine Signale gebe, die darauf hinweisen. Die Sicherheitsvorkehrungen seien verschärft worden.

Laut Alfano beobachten die Behörden derzeit 53 mutmaßliche Terrorkämpfer, drei davon seien italienische Staatsangehörige.

Hauptverdächtiger von Paris den italienischen Behörden bekannt

Die italienischen Sicherheitskräfte wollen künftig verstärkt die Moscheen im Land unter die Lupe nehmen, um sicher zu sein, dass dort nicht fundamentalistische Propaganda betrieben werde. Alfano berichtete, dass einer der beiden Hauptverdächtigen des blutigen Anschlags mit zwölf Toten auf „Charlie Hebdo“ in Paris – der 32-jährige Chérif Kouachi – den italienischen Behörden wegen Verbindungen zu Fundamentalisten bekannt gewesen sei.

Inzwischen wurden die Sicherheitsvorkehrungen rund um den Vatikan und auf den römischen Flughäfen verschärft worden.

Schärfere Kontrollen wurden auch rund um die französische Botschaft und den Sitz der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) angeordnet.

stol