Donnerstag, 29. September 2016

Rom will Berggemeinden vor Abwanderung retten

Italien setzt sich zur Unterstützung von Gemeinden unter 5000 Einwohnern in Berggebieten ein. Die Abgeordnetenkammer in Rom hat am Mittwoch einen Gesetzesentwurf zur Aufwertung von Kommunen in Berg- und Randgebieten verabschiedet.

Berggebiete sollen unterstützt werden. Im Bild das Martelltal.
Berggebiete sollen unterstützt werden. Im Bild das Martelltal. - Foto: © D

Das Gesetz, das jetzt noch vom Senat abgesegnet werden muss, betrifft 5500 von über 8000 Gemeinden in Italien.

Zwischen 2017 und 2023 sollen diesen Kommunen rund 100 Millionen Euro zugeführt und ein Fonds eingerichtet werden, mit dem die Strukturprobleme in Bergkommunen behoben werden sollen.

Randgebiete aufwerten

Ziel sei die Aufwertung von Randgebieten. „Man muss der Landflucht und der hydrogeologischen Verwahrlosung aktiv entgegenwirken“, betonte der Umweltschutzverband Legambiente, der den Gesetzesentwurf im Parlament eingebracht hat.

Das Gesetz unterstützt kleine Gemeinden, die sich zusammenzuschließen, um gemeinsam Zugang zu Dienstleistungen im Bereich Transport, Tourismus, Telekommunikation, Schul- und Postwesen zu erhalten. Die Sanierung historischer Zentren der Gebäude wird gefördert.

3 Millionen Euro sollen zur Restaurierung alter Wanderwege dienen. Hinzu möchte man für den Erhalt von Postfilialen, Kinos und Zeitungskiosken in den Berggemeinden sorgen.

Für Südtirol sind vor allem Bestimmungen zur vorrangigen Breitband-Finanzierung, dem vereinfachten Erwerb von leer stehenden Staatsgebäuden der Straßenverwaltungsgesellschaft ANAS und der Eisenbahnen, sowie Maßnahmen gegen die Verwahrlosung von landwirtschaftlichen Flächen und Gebäuden interessant.

Auch in Südtirol "immer noch Handlungsbedarf" 

SVP-Kammerabgeordneter Albrecht Plangger, der im Namen seiner SVP-Kollegen die Stimmabgabeerklärung in der Aula gehalten hat, sieht im Gesetzestext für das vernachlässigte Berggebiet in Italien eine Anerkennung gerade für diese Territorien.

„Südtirol ist diesbezüglich italienweit  eine leuchtende Ausnahme, denn anders als im restlichen Staatsgebiet haben wir bereits in der Vergangenheit Maßnahmen erlassen, um eine Bergflucht in Südtirol zu unterbinden. Es besteht aber immer noch höchster Handlungsbedarf“, betonte Plangger.

apa/stol

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