Freitag, 19. Juni 2015

Roms Bürgermeister Marino verweigert Rücktritt

Während täglich neue Enthüllungen im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre „Mafia Capitale“ für Aufregung sorgen, kämpft Roms Bürgermeister Ignazio Marino um seine politische Zukunft.

Ignazio Marino - Archivbild
Ignazio Marino - Archivbild - Foto: © LaPresse

Obwohl der Druck für seinen Rücktritt wächst, will der seit 2013 amtierende Marino im Amt bleiben.

„Ich bleibe bis Ende der Amtszeit 2018 und hoffe auf eine Wiederwahl bis 2023“, erklärte das Stadtoberhaupt. Marino, Arzt und Senator des Partito Democratico von Premier Matteo Renzi, steht unter großem Druck, nachdem mehrere seiner Gemeinderäte und Funktionäre in den Strudel der Korruptionsermittlung „Mafia Capitale“ geraten sind.

„Die Bürger und die Parteien meiner Koalition unterstützen mich nach wie vor. Wir werden unsere Arbeit für Erneuerung und Transparenz fortsetzen“, versicherte Marino.

Nicht nur Oppositionsparteien, auch Spitzenpolitiker seiner eigenen PD-Gruppierung fordern mittlerweile die Auflösung der Römer Stadtregierung. Auch Premier Renzi hat dem Bürgermeister den Rücken gekehrt: „Wenn Marino regierungsfähig ist, soll er die Stadt regieren. Wenn er dazu nicht mehr imstande ist, soll er nach Hause gehen“, meinte der Premier.

Er bezog sich dabei auf Missstände in der schwerverschuldeten Gemeinde Rom. Der Regierungschef hatte kürzlich auch seine Entschlossenheit signalisiert, die Organisation des vom Papst ab Dezember geplanten Heiligen Jahres als römisches Großevent der Verwaltung Marinos zu entziehen und in die „sauberen“ Hände des Präfekten Franco Gabrielli zu legen.

Vor drei Wochen waren Ermittlungen gegen mehrere Stadträte aufgenommen worden. 50 Personen wurden bisher im Zuge der Affäre festgenommen. Ein Kartell aus mafiösen Unternehmen, von denen die meisten unter dem Deckmantel von Genossenschaften agierten, erkaufte sich mit Schmiergeldern die Gunst von Funktionären und Politikern, so der Vorwurf der römischen Staatsanwaltschaft.

apa

stol