Donnerstag, 11. Januar 2018

Roms Ex-Bürgermeister Marino zu 2 Jahren Haft verurteilt

Roms Ex-Bürgermeister Ignazio Marino ist am Donnerstag von einem Berufungsgericht in Rom wegen Unterschlagung öffentlicher Gelder und Falschaussage im Zusammenhang mit teuren Restaurantbesuchen und Reisen auf Kosten der Gemeindekasse zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Erstinstanzlich war er 2016 freigesprochen worden. Marino kann gegen das Urteil beim Obersten Gericht berufen.

Ignazio Marino wurde zu 2 Jahren Haft verurteilt.
Ignazio Marino wurde zu 2 Jahren Haft verurteilt. - Foto: © LaPresse

Aufgrund der Klage einiger Oppositionsparteien über Marinos Ausgaben hatte die römische Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet. 28 Reisen hatte der Bürgermeister zwischen 2013 und 2015 unternommen. Ihm wurde zudem vorgeworfen, eine Kreditkarte der Gemeinde für Besuche in teuren Restaurants mit Angehörigen genutzt zu haben.

Der Skandal um seine Ausgaben zwang den 2013 zum römischen Bürgermeister gewählten Marino im Oktober 2015 zum Rücktritt. Seine Stadtregierung hatte jedoch schon monatelang gebröckelt. Nach Marinos Rücktritt wurde die Stadt Rom bis zu den Neuwahlen im Juni 2016 unter Aufsicht eines Regierungskommissars gestellt.

Bei den Kommunalwahlen setzte sich dann erstmals in Rom eine Frau – Virginia Raggi von der antieuropäischen Protestbewegung „Fünf Sterne“ – durch, die seitdem die italienische Hauptstadt regiert.

apa

stol