Mittwoch, 20. September 2017

Rouhani kontert Trump im Atomstreit

Irans Präsident Hassan Rouhani hat die scharfe Kritik von US-Präsident Donald Trump gegen die Islamische Republik mit deutlichen Worten gekontert. Dessen Rhetorik vom Vortag sei „ignorant, absurd und abscheulich” und sei als Rede vor den Vereinten Nationen „ungeeignet”, sagte Rouhani in seiner Rede bei der UNO-Generaldebatte in New York am Mittwoch.

Rouhani bezeichnete Trump-Rhetorik als Ignorant - New York - Foto: APA
Rouhani bezeichnete Trump-Rhetorik als Ignorant - New York - Foto: APA

Die USA hätten Milliarden für Frieden und Stabilität im Nahen Osten ausgegeben. Gebracht habe das in der Region aber nur „Krieg, Elend, Armut und den Aufstieg von Terrorismus und Extremismus”. Rouhani erklärte, dass die Raketen und andere militärische Fähigkeiten des Iran nur der Selbstverteidigung dienten.

”Wir können nicht die Bürger in vielen unserer Städte vergessen, die Ziele der Langstreckenraketen vom (irakischen Diktator) Saddam Hussein in dessen achtjährigem Krieg gegen uns wurden”, sagte Rouhani. Der bewaffnete Konflikt zwischen beiden Ländern begann 1980 mit einer irakischen Invasion im Iran.

Iran halte sich an Abkommen

Zugleich versicherte der iranische Präsident, dass sein Land sich an das Abkommen zur Begrenzung seines Atomprogramms hält. Der Iran sei „nicht unehrlich”. Er reagierte auch damit auf Trump, der in seiner Rede angedeutet hatte, dass die Vereinigten Staaten aus dem 2015 geschlossenen Abkommen aussteigen könnten.

Unterdessen hat der US-Präsident nach eigenen Angaben eine Entscheidung über das weitere Schicksal des Atomabkommens mit dem Iran getroffen, sie jedoch zunächst nicht bekanntgegeben. „Ich habe mich entschieden”, sagte Trump am Mittwoch.

apa/dpa

stol