Mittwoch, 22. November 2017

Russland protestiert gegen Festnahme von Oligarch Kerimow in Nizza

Die Festnahme des russischen Oligarchen und Senators Sulejman Kerimow in Frankreich hat scharfe Kritik in Moskau ausgelöst. Das Außenministerium bestellte am Mittwoch den Geschäftsträger der französischen Botschaft ein und überreichte ihm eine Protestnote, wie die Agentur Interfax meldete. Die Staatsduma bezeichnete die Festnahme als empörend.

Am Montagabend wurde Kerimow in Nizza festgenommen.
Am Montagabend wurde Kerimow in Nizza festgenommen. - Foto: © shutterstock

Die französische Polizei hatte Kerimow am Montagabend am Flughafen von Nizza festgenommen. Er wurde im Rahmen von Ermittlungen wegen Geldwäsche im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung vernommen.

Richter werden über weiteres Vorgehen entscheiden

Die Staatsanwaltschaft von Nizza war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP wurde Kerimow am späten Nachmittag einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser kann über das weitere Vorgehen entscheiden.

Eine Sprecherin im Pariser Außenministerium teilte mit, dass Kerimow nur für Vorgänge im Rahmen seiner Funktionen Immunität genieße.

„Es obliegt dem mit der Angelegenheit befassten Richter, sich zur Frage zu äußern, ob die Sachverhalte, für die er verfolgt wird, seine Funktion betreffen und damit durch eine Immunität geschützt sind.“

dpa

stol