Sonntag, 26. August 2018

Russland: Rebellen bereiten in Syrien Chemiewaffenangriff vor

Das russische Verteidigungsministerium sorgt mit der Ankündigung eines möglichen Chemiewaffenangriffs in Syrien für Unruhe. Demnach sollen angeblich Regierungsgegner in Syrien gemeinsam mit ausländischen Experten in der Region um Idlib innerhalb der kommenden 2 Tage einen Angriff vorbereiten. Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau am Sonntag weiter sagte, handelt es sich bei dem geplanten Angriff auf das Dorf Kafr Sita im Norden des Bürgerkriegslandes um eine Inszenierung. Ziel sei es, den Angriff der syrischen Regierung zuzuschreiben und die Friedensbemühungen zu erschweren.

Für eine Reihe von Chlor- und Saringas-Einsätzen in der Vergangenheit wurde die syrische Regierung verantwortlich gemacht.
Für eine Reihe von Chlor- und Saringas-Einsätzen in der Vergangenheit wurde die syrische Regierung verantwortlich gemacht. - Foto: © LaPresse

Moskau gilt als militärische Schutzmacht des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad. Seit 2015 fliegt das russische Militär Luftangriffe, die sich sowohl gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) als auch gegen andere Dschihadisten und Rebellen richten.

Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte wies die Aussagen des Ministeriums auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur als „bloße Behauptungen und Lügen“ zurück. Diese seien nur dazu da, die bevorstehende Offensive auf die Rebellenhochburg Idlib zu rechtfertigen. Es gebe regelmäßige Chlorlieferungen in die Rebellengebiete, diese würden aber in Wasserwerken für die Entkeimung des Trinkwassers gebraucht.

Drohung an syrische Führung 

Die USA haben der syrischen Führung mit einer deutlichen Reaktion gedroht, sollte sie bei einem Angriff auf Idlib chemische Waffen einsetzen.

Für eine Reihe von verheerenden Einsätzen von Chlor- und Saringas in der Vergangenheit, zum Beispiel östlich von Damaskus 2013 oder in der Stadt Chan Scheichun 2017, wurde die syrische Regierung verantwortlich gemacht. Eine unabhängige Ermittlungskommission der Vereinten Nationen identifizierte sie als Urheber von mindestens 28 Angriffen mit Giftgas seit 2013. 

dpa 

stol