Freitag, 27. November 2015

Russland: Türkei hat Kampfjet vor Abschuss nicht gewarnt

Russland hat die Darstellung der Türkei mit Nachdruck zurückgewiesen, der russische Kampfflieger sei vor dem Abschuss im türkisch-syrischen Grenzgebiet mehrfach gewarnt worden.

Wer hat nun recht? Im Streit um den abgeschossenen russischen Kampfjet geben sich Russland und die Türkei gegenseitig die Schuld.
Wer hat nun recht? Im Streit um den abgeschossenen russischen Kampfjet geben sich Russland und die Türkei gegenseitig die Schuld. - Foto: © APA/AFP

Die Su-24-Maschine habe weder eine Warnung von dem türkischen F-16-Jäger noch von einer Bodenstation erhalten, sagte Luftwaffenchef Viktor Bondarjow am Freitag in Moskau.

Nach Darstellung aus Ankara war der russische Kampfbomber am Dienstag in den türkischen Luftraum eingedrungen und mehrfach gewarnt worden, bevor er abgeschossen wurde.

Bondarjow bekräftigte den Vorwurf, das türkische Militär habe aus einem Hinterhalt heraus gehandelt. Die Auswertung syrischer Flugdaten habe ergeben, dass zwei türkische F-16-Flugzeuge in der Absturzregion 1 Stunde und 15 Minuten lang in der Luft waren. „Das spricht für eine geplante Aktion“, sagte er Agentur Interfax zufolge.

Er beschuldigte zudem erstmals den türkischen F-16-Jet, 40 Sekunden lang etwa 2 Kilometer tief in syrischen Luftraum eingedrungen zu sein. Das russische Kampfflugzeug habe den syrischen Luftraum hingegen nicht verlassen, meinte Bondarjow. Daten westlicher Behörden zufolge soll das russische Flugzeug zumindest einige Sekunden lang im türkischen Hoheitsgebiet gewesen sein.

apa/dpa

stol