Donnerstag, 30. August 2018

Salvini attackiert Macron: „Heuchler und Schwätzer“

Italiens Innenminister und Vizepremier Matteo Salvini hat erneut den französischen Präsidenten Emmanuel Macron scharf kritisiert. „Macron, der den Gutmenschen spielt, hat im vergangenen Jahr an der Grenze zu Italien 48.000 Migranten abgeschoben. Ist das das solidarische Europa, von dem Macron und die Gutmenschen sprechen?“, so Salvini in einem Radiointerview am Donnerstag.

Italiens Innenminister und Vizepremier Matteo Salvini kritisiert öffentlich den französischen Präsidenten Emmanuel Macron.
Italiens Innenminister und Vizepremier Matteo Salvini kritisiert öffentlich den französischen Präsidenten Emmanuel Macron. - Foto: © APA/AFP

Salvini bezeichnete Macron als „Heuchler und Schwätzer“. „Er bewegt sich nur aus wirtschaftlichem Interesse. Italien hat mehr als genug getan, gerettet und gezahlt. Wir akzeptieren keine Reden über Solidarität. Italien ist nicht mehr Europas Flüchtlingslager. Das süße Leben für Schlepper und Gutmenschen ist zu Ende“, so der Innenminister.

Europa greift nicht ein

Salvini kritisierte, dass Europa Italien keine Unterstützung im Zusammenhang mit den Migranten an Bord des italienischen Küstenwache-Schiffes „Diciotti“ geleistet habe. „Europa hat sich wieder einmal weggedreht. Wir haben daher außerhalb Europas Hilfe gesucht. Wir haben uns an Albanien gewendet. Wir haben auch Kontakt zur katholischen Kirche aufgenommen, die die Kosten für die Versorgung der Migranten übernimmt. Diesmal zahlen die Italiener nicht“, so Salvini.

Seit Antritt der Regierung aus Lega und Fünf-Sterne-Bewegung vor gut 3 Monaten fährt Italien einen harten Anti-Migrationskurs und macht Druck auf die EU. Salvini hatte Frankreich zuletzt immer wieder vorgeworfen, im Rahmen des EU-Umverteilungsprogramms angekündigt zu haben, aus Italien 9816 Einwanderer aufnehmen zu wollen. Dabei habe Frankreich nur einige 100 Migranten aufgenommen.

apa

stol