Donnerstag, 23. August 2018

Salvini: „Mein Ziel ist das australische No-Way-Modell“

Die italienische Regierung sieht Australiens harte Einwanderungspolitik als Vorbild für ihre Flüchtlingspolitik. „Mein Ziel ist das australische No-Way -Modell. Kein im Meer geretteter Migrant darf australischen Boden betreten, das soll auch für Italien gelten“, erklärte der italienische Innenminister Matteo Salvini am Donnerstag in einem Radiointerview.

„Italien ist nicht Europas Flüchtlingslager. Schluss mit den Landungen“, forderte Matteo Salvini.
„Italien ist nicht Europas Flüchtlingslager. Schluss mit den Landungen“, forderte Matteo Salvini. - Foto: © APA/AFP

Australien lässt grundsätzlich keine Flüchtlinge ins Land. Stattdessen werden sogar anerkannte Asylwerber in Lagern auf Manus und in Nauru untergebracht. Menschenrechtsorganisationen kritisieren immer wieder die verheerenden Zustände in den Internierungslagern.

„Italien ist nicht Europas Flüchtlingslager. Schluss mit den Landungen“, forderte Salvini von der ausländerfeindlichen Partei Lega. In Hinblick auf ein im Juli eingetroffenes Schiff mit 450 geretteten Migranten im sizilianischen Pozzallo kritisierte Salvini: „Deutschland, Spanien, Portugal, Irland, Malta und Frankreich verpflichteten sich zur Aufnahme einer gewissen Zahl von Migranten. Ein Monat später hat lediglich Frankreich 47 Migranten aufgenommen.“

Italiens Ziel sei nicht die Umverteilung der Migranten in Europa, so Salvini. „Mein Ziel ist die Einrichtung von europäischen Schaltern in den Herkunftsländern der Migranten, die bestimmen, wer Recht auf Asyl in Europa hat. Wer Asylrecht hat, soll mit dem Flugzeug nach Europa gelangen. Nur so kann das Geschäft der Schlepper bekämpft werden“, so Salvini.

Auch der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat wiederholt gefordert, dass sich die EU Australien in der Einwanderungspolitik zum Vorbild nehmen solle.

apa

stol