Sonntag, 10. Dezember 2017

Salvini will Renzi die Stirn bieten - im selben Wahlkreis

„Dort wo Renzi kandidiert, werde ich es auch tun“, sagte Matteo Salvini. Der Chef der Lega Nord will Ex-Premier Matteo Renzi in dessen Wahlkreis herausfordern.

Der Chef von Italiens ausländerfeindlicher Oppositionspartei Lega Nord, Matteo Salvini.
Der Chef von Italiens ausländerfeindlicher Oppositionspartei Lega Nord, Matteo Salvini. - Foto: © LaPresse

Salvini würde am liebsten als Premierkandidat einer Mitte-rechts-Allianz in den Wahlkampf für die Parlamentswahlen ziehen. Ex-Premier Silvio Berlusconi, Chef der rechtskonservativen Forza Italia, ist jedoch damit nicht einverstanden.

„In einer Demokratie siegt derjenige, der eine Stimme mehr als die anderen erobert. Wenn die Mitte-rechts-Allianz gewinnt, beginnt ein neues Kapitel für Italien, das mindesten zehn Jahre lang dauern wird. Berlusconi wird Teil dieses wunderbaren Abenteuers sein“, kommentierte Salvini bei einem Sit In am Sonntag in Rom.

Der Mitte-rechts-Allianz soll neben der Lega Nord und Berlusconis Forza Italia auch die Rechtspartei „Brüder Italiens“ um die Politikerin Giorgia Meloni angehören.

Salvini erklärte sich bereit, sich in den Wahlkampf zu stürzen, obwohl die Lega über wenig finanzielle Mittel verfüge. „Die Taschen sind leer, doch wir haben viel Enthusiasmus“, so Salvini.
Die Lega Nord ist laut Umfragen im Vormarsch. Sie wäre mit circa 14 Prozent der Stimmen das zweitstärkste Mitglied der Mitte-Rechts-Allianz, die laut einer am Samstag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos bei Parlamentswahlen auf 36 Prozent der Stimmen kommen könnte.

Parlamentswahlen sind in Italien im kommenden Frühjahr geplant, doch einen Wahltermin gibt es noch nicht. Renzis zerstrittene PD-Partei muss mit starker Konkurrenz rechnen. Neben der nach wie vor in Umfragen starken populistischen Fünf Sterne-Bewegung um den Ex-Starkomiker Beppe Grillo spürt auch die Mitte-Rechts-Allianz nach jüngsten Wahlerfolgen Rückenwind.

apa

stol