Mittwoch, 17. Januar 2018

Saudi-Arabien fing erneut aus dem Jemen abgefeuerte Rakete ab

Saudi-Arabien hat erneut eine aus dem Jemen abgefeuerte Rakete abgefangen. Die Luftabwehr habe das Geschoß am Dienstagabend über der Stadt Jizan nahe der Grenze zum Jemen „abgefangen und zerstört“, erklärte die von Riad angeführte Militärkoalition.

Saudi-Arabien hatte bereit mit mehreren Raketen-Angriffen zu kämpfen.
Saudi-Arabien hatte bereit mit mehreren Raketen-Angriffen zu kämpfen. - Foto: © shutterstock

Die schiitischen Houthi-Rebellen im Jemen erklärten in ihrem Sender Al-Massira, die Rakete sei auf einen Flughafen bei Jizan abgeschossen worden und habe „ihr Ziel erreicht“. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition, die gegen die Houthi-Rebellen kämpft, beschuldigte erneut den Iran. Mit seiner Unterstützung für die Aufständischen verstoße der Iran „klar und eindeutig“ gegen UNO-Resolutionen, sagte ein Sprecher der Militärkoalition. Der Iran bestreitet eine militärische Unterstützung und Waffenlieferungen an die Aufständischen im Jemen.

Die Houthi-Rebellen meldeten am Mittwoch noch den Abschuss einer zweiten Rakete auf einen Militärstützpunkt in der saudi-arabischen Region Najran. Riad äußerte sich dazu zunächst nicht.

Mehrfache Raketenabfeuerung

Seit November haben die Houthi-Rebellen mehrfach Raketen in Richtung Saudi-Arabien abgefeuert. Auch diese waren abgefangen und zerstört worden. Nach dem ersten Raketenbeschuss hatte die Militärkoalition eine Blockade gegen den Jemen verhängt. Dies führte nach Angaben von Hilfsorganisationen dazu, dass sich die katastrophale humanitäre Lage für die Menschen in dem Bürgerkriegsland weiter verschlimmerte.

Hinter dem Bürgerkrieg im Jemen steht ein Stellvertreterkonflikt der rivalisierenden Regionalmächte Iran und Saudi-Arabien. Die Houthi-Rebellen hatten den von Saudi-Arabien unterstützten jemenitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansour Hadi gestürzt und im September 2014 die Hauptstadt Sanaa erobert. Seit dem Eintritt der von Riad angeführten Koalition in den Krieg im März 2015 wurden mehr als 9200 Menschen getötet und fast 53.000 verletzt.

apa/afp

stol