Mittwoch, 17. Januar 2018

Saudi-Arabien zahlt Milliarden an Jemen

Saudi-Arabien zahlt zwei Milliarden US-Dollar (1,64 Milliarden Euro) an den Jemen, um das krisengeschüttelte Bürgerkriegsland vor einem finanziellen Kollaps zu bewahren. Der saudische König Salman ordnete die Überweisung der Summe an die jemenitische Zentralbank zur Stützung der Landeswährung an, teilte das Informationsministerium am Mittwoch mit.

Der saudische König Salman ordnete die Überweisung der Summe an die jemenitische Zentralbank zur Stützung der Landeswährung an, teilte das Informationsministerium am Mittwoch mit.
Der saudische König Salman ordnete die Überweisung der Summe an die jemenitische Zentralbank zur Stützung der Landeswährung an, teilte das Informationsministerium am Mittwoch mit. - Foto: © LaPresse

Für die Krise macht Saudi-Arabien die schiitischen Houthi-Rebellen im Jemen verantwortlich. Riad unterstützt die Regierung des Landes und fliegt an der Spitze einer Militärkoalition selbst seit knapp drei Jahren schwere Luftangriffe auf die Houthis und zerstörte damit auch weite Teile der Infrastruktur. Viele Experten sehen in der Regionalmacht deshalb den Hauptschuldigen für die Eskalation des Konflikts. Eine Reihe von Hilfsorganisationen forderte indes von Saudi-Arabien freien Zugang für humanitäre Lieferungen.

Humanitäre Krise im Jemen ist die schwerste der Gegenwart 

Die Vereinten Nationen hatten die humanitäre Krise im Jemen als die schwerste der Gegenwart bezeichnet. In dem Krieg starben bisher mehr als 10.000 Zivilisten. Mehr als 22 Millionen der 28 Millionen Einwohner sind auf Hilfe angewiesen. Hunderttausende sind akut vom Hungertod bedroht. Die Zahl der Fälle bei einem Cholera-Ausbruch erreichte die Millionenmarke.

Die jemenitische Regierung hatte am Dienstag öffentlich um Hilfe gebeten, um den Kollaps des Rial zu vermeiden. Die Währung hatte seit Kriegseintritt Saudi-Arabiens deutlich an Wert verloren. Mit dem frischen Geld solle die „sich verschlechternde wirtschaftliche Lage des jemenitischen Volkes“ gelindert werden, hieß es in der saudischen Stellungnahme. Wann das Geld übergeben werde, war zunächst unklar.

Dramatischer Versorgungsnotstand

Angesichts des „dramatischen Versorgungsnotstandes“ nach der Blockade des wichtigsten Hafens im Norden forderten 17 Hilfsorganisationen am Mittwoch die vollständige Öffnung des Seehafens von Hudaida am Roten Meer. „Der Güterfluss muss dringend ausgeweitet und verbessert werden, um Hunger und Krankheiten im ganzen Land einzudämmen“, hieß es in der Mitteilung unter anderem von Care International, Oxfam und Save the Children.

Das saudische Bündnis hatte im November den von den Houthis kontrollierten Norden des Landes komplett von Hilfslieferungen abgeschottet, nachdem die Aufständischen eine Rakete in Richtung Riad abgefeuert hatten. Eine Aussetzung der Blockade für 30 Tage läuft am Samstag aus.

apa/dpa/afp

stol