Dienstag, 01. August 2017

Scharfe Angriffe gegen US-Beauftragten in türkischen Medien

In der Türkei wächst die Unzufriedenheit mit der US-Politik in Syrien: Eine führende regierungsnahe türkische Tageszeitung machte den US-Sonderbeauftragten für die Anti-IS-Koalition, Brett McGurk, für den Tod von Zivilisten in Syrien und im Irak verantwortlich. Die Tageszeitung „Yeni Safak“ bezeichnete McGurk am Dienstag als „Mörder von 46 000 Zivilisten“.

Türkische Zeitungen kritisieren die USA scharf (Symbolfoto).
Türkische Zeitungen kritisieren die USA scharf (Symbolfoto). - Foto: © shutterstock

Die türkische Regierung lehnt McGurks Zusammenarbeit mit der syrischen Kurdenmiliz YPG ab und hatte bereits in der Vergangenheit seine Ablösung gefordert. Ankara sieht in der Miliz einen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und bekämpft sie deshalb. Für die US-Regierung hingegen ist die YPG ein strategisch wichtiger Partner am Boden im Kampf gegen die Terrormiliz IS. Die YPG hatte erst kürzlich eine US-Waffenlieferung erhalten.

Die Stimmung zwischen den beiden NATO-Staaten hatte sich am Wochenende nach Kritik McGurks weiter verschlechtert. Der Sonderbeauftragte hatte die Türkei für das Erstarken von mit der Terrororanisation Al-Kaida verbündeten Gruppen im nordsyrischen Ildib nahe der Grenze zur Türkei mitverantwortlich gemacht. Ein Sprecher des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan wies dies am Montag scharf zurück.

apa/dpa

stol