Donnerstag, 14. Mai 2015

Scharfe Kritik an EU-Flüchtlingspolitik

Italiens Rechtsparteien kritisieren die Pläne der EU zum Umgang mit den Mittelmeer-Flüchtlingen.

Archivbild
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„Die Vorschläge der EU-Kommission sind nicht überzeugend. Wir sind für das Modell des britischen Premiers David Cameron, der sich nicht der eigenen Verantwortung entzieht, sondern die Interessen der Bürger an erster Stelle betrachtet“, betonte Giovanni Toti, politischer Berater von Ex-Premier Silvio Berlusconi.

Toti, Spitzenpolitiker von Berlusconis konservativer Forza Italia, meinte, die EU müsse sich an Australiens harter Flüchtlingspolitik ein Beispiel nehmen.

„Gewiss muss Italien seinen Beitrag leisten. Man kann jedoch Migranten nicht in Hotels unterbringen, während die Italiener mit Arbeitslosigkeit konfrontiert sind und die Auswirkungen der langen Krise noch hart zu spüren bekommen“, kommentierte Toti.

"Riesen-Druck auf Italien" 

Auch die ausländerfeindliche Oppositionspartei Lega Nord kritisierte den EU-Plan. „Die Pläne Brüssels überzeugen nicht, denn auf Italien wird weiterhin ein riesiger Druck lasten. Es gibt nur eine einzige Lösung: Die Abfahrt der Migranten verhindern“, forderte der Spitzenpolitiker der Lega Nord, Roberto Maroni, der auch Präsident der Region Lombardei ist.

Inzwischen hält die Flüchtlingswelle über das Mittelmeer an. Das Schiff „Bourbon Argos“, das für die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (Medecins Sans Frontieres/MSF) im Einsatz ist, rettete bei einem Such- und Rettungseinsatz 477 Menschen.

Die meisten Migranten stammen aus Bangladesch, Syrien und Somalia. Unter ihnen befanden sich auch 17 Kinder, teilte MSF mit. Das Schiff MY Phoenix, das mit der „Bourbon Argos“ betrieben wird und seit 2. Mai im Einsatz ist, rettete weitere 188 Migranten aus Subsahara-Ländern. Die Migranten sollen demnächst in Sizilien eintreffen.

apa/dpa

stol