Als Selbstständige wird so manches Wochenende durchgearbeitet, „aber umgekehrt haben wir den Luxus, dass wir uns auch einfach mal frei nehmen können, wenn alle anderen arbeiten, einfach weil die Sonne scheint – ins Ahoi an der Talfer-Wassermauer essen gehen und eine Runde Minigolf spielen, am Vormittag einen Sprung an den Montiggler See oder mit dem Rad los und einfach ein bisschen treiben lassen.“<BR /><BR /><b>Von Stephan Niederegger</b><BR /><BR />Mitte April hat die 55-Jährige die Einführungsveranstaltung zum heurigen Filmfestival Bozen moderiert, spielte eine verbrecherische Archäologin im neuen Kinofilm „Die drei ??? – Toteninsel“ und eine verdächtige Apothekerin in der Folge „Laib und Leben“ der neuen Staffel der Krimiserie „Kommissar Rex“.<BR /><BR /> Im Februar drehte sie eine Tatort-Folge (Arbeitstitel: „Der sichere Tod“) mit dem neuen bayerischen Ermittlerduo Kalli Hammermann (Ferdinand Hofer) und Nikola Buvak (Carlo Ljubek). Dies war eine besonders spannende Geschichte, da die Dreharbeiten während der echten Münchner Sicherheitskonferenz im Februar im Bayerischen Hof in München stattgefunden haben. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1317915_image" /></div> <BR />Wenn Katja Lechthaler nicht an einem Filmset ist, dann unterrichtet sie mit ihrem Mann Carlo Magaletti an der gemeinsam gegründeten „SchauspielAkademie“ in Bozen. Dort können Jugendliche und Erwachsene lernen, wie man vor der Filmkamera schauspielert. Nachdem Südtirol ein beliebter Drehort für viele Film- und Fernsehproduktionen ist, sei die Nachfrage entsprechend groß, weiß die 55-Jährige und erzählt von einer neuen Folge des „Bozen-Krimis“, in der drei ihrer Schülerinnen und Schüler mitspielen.<BR /><BR />Aber auch als Kommunikationstrainerin – ihrem dritten beruflichen Standbein – ist sie viel unterwegs. Mit der von ihr und ihrem Mann entwickelten Methode „myCharisma“ bringt sie unter anderem Führungskräften, Teams und Lehrern bei, wie sie glaubwürdig und authentisch auftreten und wirkungsvoll kommunizieren. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1317918_image" /></div> <BR />Wenn sie für mehrere Tage zu Seminaren unterwegs ist, plant sie immer einen freien Tag dazwischen ein. Das sei für sie „die ganz große Qualität“, wenn sie alleine ist und nur ihrem eigenen Rhythmus folgt. Sie lässt sich durch die Stadt treiben, schlendert ziellos durch die Gassen, findet etwas Süßes im Bäckerladen an der Ecke oder ein Fitnessstudio zum Schwitzen, wie letztens in der Großstadt Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt oder in der Lutherstadt Wittenberg an der Elbe.<BR /><BR /><embed id="dtext86-74965803_listbox" /><BR /><BR />Vor rund 13 Jahren ist Katja Lechthaler mit Carlo nach Bozen gezogen, in das Haus ihrer Tante, wo sie mit ihren Geschwistern als Kind oft zu Besuch war. Ihre Eltern Marianne und Klaus sind in den 1960er-Jahren aus Arbeitsgründen nach München ausgewandert, der enge Kontakt zu der großen Südtiroler Verwandtschaft ist aber geblieben. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1317921_image" /></div> <BR />Heute pendelt die Wahlsüdtirolerin oft zwischen Bozen und München, nicht nur, weil sie dort viel arbeitet, sondern sie besucht Freunde, Schwester Claudia und Eltern. Sie liebt es, mit ihrer Mama gemeinsam ein Buch zu lesen, denn „der Austausch mit ihr ist ganz toll.“ Gegenseitig lesen die Frauen sich Abschnitte vor und besprechen anschließend das Gehörte und Gelesene. Zurzeit liegt die „Gewaltfreie Kommunikation“ von Marshall B. Rosenberg auf dem gemeinsamen Bücherschrank.<BR /><BR />Mehrmals im Jahr ist die zwölfjährige Nichte Laura aus München zu Besuch. Das sind dann arbeitsfreie Tage, die nur Laura gehören, freut sich Tante Katja. Beim „Pantoffelkino“ mit Carlo und Laura werden die Filme entsprechend analysiert und die Schauspieler, der Regisseur, die Kostüme, die Kameraführung und die Botschaft des Films ergiebig diskutiert. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1317924_image" /></div> <BR />Oder die Drei spielen eine Partie Schach – ein Spiel, das sie erst vor Kurzem für sich entdeckt hat. Mann und Nichte spielen es schon länger, aber sie wollte mit einsteigen. Immer wieder probiert die umtriebige Schauspielerin, Theaterpädagogin und Kommunikationstrainerin etwas Neues aus, einfach um sich selber besser kennenzulernen und eigene Grenzen auszuloten – und vielleicht manchmal auch zu überschreiten.<BR /><BR /> So war es auch beim Tennis, das sie in ihrer Jugend als passionierte Handballerin natürlich keinesfalls spielen „durfte“ – „aber mit 47 habe ich es dann einfach mal probiert und für ein paar Jahre sogar Unterricht genommen.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1317927_image" /></div> <BR />Das cineastische Ehepaar hat ein großes Reiseziel. Irgendwann wollen sie Japan bereisen, auf den Spuren des Regisseurs und Filmproduzenten Hayao Miyazaki: „Seine Zeichentrickfilme sind so schön, man fühlt sich zurückversetzt in die Kindheit“, schwärmt Katja Lechthaler mit leuchtenden Augen, lehnt sich in ihren Sessel zurück und erzählt von verschiedenen Mädchen- und Frauencharakteren, mit denen Miyazaki tiefgründige Themen und Motive verarbeitet. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1317930_image" /></div> <BR /><embed id="dtext86-74965616_listbox" />