Sonntag, 28. Juni 2015

Schlagabtausch Mogherini-Ashton hinter den Kulissen

Der Mammut-Atomkongress in Wien hat seinen ersten Eklat.

Foto: © APA/EPA

Wie die APA am Sonntag aus mehreren, voneinander unabhängigen sehr gut informierten Kreisen erfuhr, ist auch die ehemalige EU-Außenkommissarin und Iran-Sonder-Beauftragte Catherine Ashton von mehreren 5+1-Top-Diplomaten gebeten worden, zum Finale nach Österreich zu reisen.

Verstimmungen zwischen ihr und der jetzigen EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini werden immer sichtbarer.

Mehrere Verhandler und Außenminister Sebastian Kurz (OEVP) haben sie dem Vernehmen nach angerufen.

„Wenn der Streit gelöst wird, dann haben wir das zu einem großen Teil Catherine Ashton zu verdanken. Sie war es, die alle Parteien zusammengebracht hat. Seit sie aus dem Amt ausgeschieden ist, verhandelt Helga Schmid für die EU. Das heißt, die EU wurde downgegradet, denn Mogherini ist nicht in die Verhandlungen involviert“, hieß es aus den informierten Kreisen weiter.

„Zwischen den beiden Damen herrscht keine gute Stimmung. Deswegen will man auch ein Aufeinandertreffen vermeiden.

Dass Ashton, die von allen Verhandlern sehr geschätzt wird, nun explizit gebeten wird zu kommen, ist eine deftige Ohrfeige für Mogherini, die ihre Vorgängerin am liebsten aus der Abschlussrunde verbannt hätte“, so ein Insider.

Nach ihrem Abgang als EU-Außenkommissarin war Ashton auf Wunsch der 5+1-Gruppe und auf Wunsch von US-Außenminister John Kerry und seinem iranischen Amtskollegen Mohammad Javad Zarif zur Iran-Sonderbeauftragten ernannt worden. Die beiden pflegen ein sehr freundschaftliches und herzliches Verhältnis zu Ashton und halten nach wie vor Kontakt zu ihr.

apa

stol