Es reichen bereits zwei der folgenden Anzeichen aus, um Schmerzen zu erkennen. Kaninchenhalter sollten sich die häufigsten Symptome einprägen, um diese frühzeitig wahrnehmen zu können.<BR /><BR /><b>Von Petra Schwienbacher<BR /></b><BR />Ein gesundes Kaninchen hat klare, offene, runde Augen, entspannte, abstehende Ohren, eine flache Stirn, eine u-förmige Nase, dicke Wangen und gebogene Tasthaare. Es ist aktiv, läuft und springt durchs Gehege.<BR /><BR />Leidet ein Kaninchen, kann man das vor allem am Gesichtsausdruck erkennen: Anzeichen für Schmerzen sind geschlossene, halb geschlossene Augen, eine steile Stirn und flache Wangen. Die Ohren sind sehr dicht am Nacken angelegt und teilweise eingerollt, und die Tasthaare sind starr und gerade, meist am Kopf angelegt. Auch eine unregelmäßige oder schwerfällige Atmung, ein gekrümmter Rücken und ungepflegtes Fell sind Anzeichen für Schmerzen.<BR /><BR />Wenn Kaninchen mit den Zähnen knirschen, ist das noch kein Grund, besorgt zu sein. Wenn man das Zähneknirschen aber laut durch den Raum hören kann, ist das ein eindeutiges Indiz für Schmerzen. <BR /><BR />Tritt ein Schmerz plötzlich auf, geben die eigentlich stillen Kaninchen hohe, quietschende Töne von sich. Diese Laute sollte man auch ernst nehmen und das betroffene Tier so schnell wie möglich zum Tierarzt bringen.<h3> Verhaltensauffälligkeiten</h3>Neben diesen offensichtlichen Anzeichen können auch Verhaltensweisen auf ein Leiden hindeuten. Hat ein Kaninchen Schmerzen, zieht es sich häufig zurück und nimmt nicht mehr am Alltag teil. Es verkriecht sich gerne abseits von der Gruppe oder blickt starr vor sich hin.<BR /><BR />Vor allem, wenn ein Kaninchen normalerweise sehr bewegungsfreudig war, plötzlich aber nicht mehr, sollte man seinen Tierarzt kontaktieren. Ändert ein Kaninchen häufig seine Körperhaltung und kann es nicht ruhig in einer Position bleiben, kann das ebenfalls ein Schmerzanzeichen sein. <BR /><BR />Unter Schmerzen kann es zu Rangordnungswechsel oder Unverträglichkeiten kommen, oder ein Kaninchen, das eigentlich lieb ist, reagiert plötzlich aggressiv auf seine Artgenossen oder seinen Menschen. <BR /><BR />Manche Tiere fressen weniger oder verweigern die Nahrungsaufnahme komplett, wenn sie Schmerzen verspüren. Einige Kaninchen fressen aber auch dann noch recht gut. Das zeigt, dass es bei Kaninchen nicht ganz so einfach ist, ein stilles Leiden zu erkennen und richtig zu deuten.<BR /><BR />Man sollte bei Auffälligkeiten nicht zögern, einen guten Tierarzt aufzusuchen. Dieser kann den Nager untersuchen, mögliche Erkrankungen erkennen und Schmerzmittel verabreichen.<h3> Verletzungen und Krankheiten</h3>Kommt es zu einem Revierkampf, sollte man seine Kaninchen im Anschluss auf Bisswunden untersuchen. Auch Erkrankungen wie Ohreninfektionen, Blähungen oder Zahnerkrankungen sind für Kaninchen äußerst quälend. Da sie häufig unerkannt bleiben, sollte man am besten einen wöchentlichen Gesundheitscheck einführen.<h3> Keine Schmerzen verursachen!</h3>Selbstverständlich sollten Kaninchenhalter ihren Tieren auch selbst keine Qualen zufügen. Dies geschieht aber – manchmal aus Unwissenheit – beispielsweise beim Hochheben. Nicht nur, dass Kaninchen Todesangst bekommen, wenn sie plötzlich den Boden unter den Füßen verlieren, weil das in der Natur bedeutet, sie sind einem Raubtier zum Opfer gefallen, sondern auch, weil sie meist falsch hochgehoben werden.<BR /><BR />Wenn man ein sehr scheues oder ängstliches Kaninchen hat und dieses zum Tierarzt bringen muss, kann man es einfangen, indem man ein Handtuch über das Kaninchen legt oder aus einer gewissen Entfernung darüber wirft. Ausnahmsweise und wirklich nur im Notfall kann man ängstliche Tiere auch durch einen raschen Griff in den Nacken (direkt unterhalb der Ohren) fixieren. <BR /><BR />Achtung: Hier ist nicht gemeint, sie an der Hautfalte im Nacken hochzuheben. Dies ist nämlich äußerst schmerzhaft für Kaninchen und ein absolutes Tabu! Ebenfalls zu vermeiden ist das Hochheben an den Ohren oder Beinen.