<b>Von Petra Schwienbacher</b><BR /><BR />Viele Hundehalter möchten ihren Vierbeiner mit Ballspielen oder Stöckchenwerfen „auspowern“. Wilde Hetzspiele belasten jedoch die Gelenke und ohne vorheriges Aufwärmen steigt sogar das Verletzungsrisiko. <BR /><BR />Die Stresshormone, die bei solchen Spielen ausgeschüttet werden, sorgen dafür, dass diese Hunde häufig hibbelig sind, nur schwer entspannen können und auf viele Dinge übertrieben aufgeregt reagieren. Hundebesitzer denken, dass sie ihren Hund mit dieser Art von Spiel „müde“ machen. In Wirklichkeit wird nur der Körper müde.<BR /><BR />Natürlich ist es wichtig, Hunde körperlich auszulasten (Spazierengehen, Wandern, …), aber mit Maß und Ziel. Die meisten Hunde sind heutzutage unterfordert und gelangweilt, weil sie keine richtige Aufgabe haben, manchmal aber durch falsche Auslastung auch überfordert. Ein hyperaktiver Hund braucht beispielsweise neben dem täglichen Auslauf nicht noch zusätzlich wilde Spiele. Sinnvoller sind Beschäftigungen, die Kopf und Nase fordern.<h3> Such- und Denkspiele</h3>Man kann den Hund beispielsweise Gegenstände suchen lassen und ihm beibringen, diese zu apportieren. Zudem gibt es Aktivitäten, die den Hund körperlich (und geistig) auslasten, wie zum Beispiel Zughundesport, Longieren, Hoopers Agility usw. Tricktraining und Alltagstraining lasten ebenfalls sehr gut aus. <BR /><BR />Suchspiele fördern stark die Konzentration. Nicht umsonst dürfen ausgebildete Suchhunde je nach Einsatz manchmal nur eine halbe Stunde am Stück intensiv suchen. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten:<BR /><BR /><b>Intelligenzspielzeug (drinnen):</b> Eine Möglichkeit zur geistigen Auslastung sind diverse Intelligenzspielzeuge, bei denen der Hund durch Schieben, Ziehen oder Anstupsen an Leckerlis kommt. Es gibt sie ebenfalls zu kaufen. Mit etwas Geschick kann man sie selbst basteln. Oder man nimmt einfach ein paar Becher, dreht sie um und versteckt unter einem ein Leckerli.<BR /><BR /><b>Schnüffelteppich (drinnen):</b> Es gibt im Zoofachhandel spezielle Schnüffelteppiche zu kaufen. Man kann sie aber ebenfalls selbst basteln (Anleitungen dazu gibt's im Internet). Eine Alternative ist ein altes Geschirrtuch, in das Leckerlis eingerollt werden, oder man versteckt einfach ein paar Happen in Klopapierrollen. Dieses Spiel eignet sich auch prima an Regentagen.<BR /><BR /><b>Leckerli-Suche (drinnen oder draußen):</b> Anstatt dem Hund sein Futter in der Schüssel zu geben, kann man es ihm zum Beispiel in die Wiese streuen. Am besten startet man mit einem Signal wie „Such“ und beginnt kleinflächig. Anfangs darf der Hund noch zuschauen, wie man das Futter auslegt. Nach und nach kann man die Suche schwieriger gestalten und draußen beispielsweise Leckerlis in einer Baumrinde verstecken oder in kleinen Löchern von Totholz.<BR /><BR /><b>Gegenstands-Suche (drinnen oder draußen):</b> Wenn das mit der Leckerli-Suche nichts für den Vierbeiner ist, kann man Spielzeug oder andere Gegenstände (wie beispielsweise Hausschuhe) suchen lassen. Oder man bringt ihm schrittweise bei, einen spezifischen Geruch zu suchen, wie beispielsweise Teebeutel oder ein bestimmtes Kuscheltier usw. Der Fantasie sind wie immer keine Grenzen gesetzt.<BR /><BR /><b>Mantrailing:</b> Bei der Personensuche lernen Hunde anhand eines Gegenstandes, wie beispielsweise einer Socke, die Spur zum Menschen zu verfolgen. Auch in Südtirol bieten einige Hundeschulen Mantrailing-Kurse an. Sie sind eine gute Möglichkeit, um seinen Hund zu beschäftigen und die Bindung zu ihm zu stärken.