Dienstag, 09. August 2016

Schottische Regierungschefin besucht Berlin für Brexit-Gespräche

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon und der Europaminister im deutschen Auswärtigen Amt, Michael Roth, haben am Dienstag in Berlin über die Folgen des Brexit-Votums diskutiert. Roth sprach danach von einem sehr konstruktiven Gespräch „zwei leidenschaftlicher Europäer“.

Die schottische Regierungschefin befürwortet den Verbleib Schottlands in der EU. - Foto: AFP
Die schottische Regierungschefin befürwortet den Verbleib Schottlands in der EU. - Foto: AFP

Nicola Sturgeon sagte, man habe über die nächsten Schritte in der Europäischen Union diskutiert und die Frage erläutert, wie die schottischen Interessen gewahrt bleiben könnten. „Über die Solidarität, die Schottland nach seinem Bekenntnis zu Europa erfahren hat, haben wir uns sehr gefreut – auch die heutigen Gespräche in Berlin haben das noch einmal deutlich gemacht“, sagte Sturgeon.

Schotten hatten gegen "Brexit" gestimmt

Das Treffen fand nicht im Auswärtigen Amt statt – wohl auch, weil Abstimmungen mit der schottischen Regierungschefin derzeit diplomatisch sensibel sind. Die Briten entschieden sich am 23. Juni in einem Referendum für einen Austritt aus der EU, die schottischen Wähler stimmten hingegen aber mit 62 Prozent für einen Verbleib.

Sturgeon, die Vorsitzende der schottischen Nationalisten ist, hat sich ausdrücklich ein zweites Referendum über die Loslösung Schottlands von Großbritannien vorbehalten, wenn der Brexit vollzogen wird. Sie war bereits Ende Juni in Brüssel von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker empfangen worden. 

Frankreich und Spanien lehnen Gespräche mit Schotten ab

Länder wie Frankreich oder Spanien, die selbst mit separatistischen Bewegungen zu kämpfen haben, lehnen Gespräche mit Schottland aber strikt ab.

apa/reuters

stol