Die Tat versetzte die Stadt mit etwas mehr als 42 000 Einwohnern in den Marken am Samstagvormittag in einen Ausnahmezustand: Die Bürger sollten Häuser, Büros und Schulen nicht verlassen. Am Mittag dann wurde ein 28-jähriger Italiener als Verdächtiger ausgemacht und gefasst. (STOL hat berichtet)Er soll alleine gehandelt, seine Tat aber geplant haben, wie Minniti sagte. Der Verdächtige habe einen „rechtsextremistischen Hintergrund mit klaren Bezügen zum Faschismus und zum Nazismus“.Stimmung angespanntDie Stimmung in Macerata war schon seit Tagen angespannt. Der grausame Mord an einer 18-Jährigen hatte die Stadt erschüttert – die Leiche des Mädchens war zerstückelt in zwei Koffern gefunden worden. Verdächtigt wird ein Mann aus Nigeria, der mit Drogen gedealt haben soll. Er sitzt in Untersuchungshaft.Italienische Medien berichten über die Vermutung, der Vorfall am Samstag sei eine Reaktion auf den Mord gewesen. Eine direkte Verbindung zwischen dem mutmaßlichen Täter und der Toten soll es aber nicht gegeben haben.Thema MigrationskriseVor der Parlamentswahl am 4. März ist die politische Stimmung in Italien aufgeheizt. Dominierendes Thema ist die Migrationskrise. Mit klaren Positionen gegen Einwanderung bekamen rechte Parteien wie die Lega in den vergangenen Monaten Aufwind.Regierungschef Paolo Gentiloni appellierte am Samstag an die Vernunft aller Parteien im Wahlkampf und rief die Italiener auf, dem Risiko einer Gewaltspirale entgegenzuwirken. #Macerata, dichiarazioni alla stampa del Presidente Gentiloni https://t.co/R8gZsV6ZPG pic.twitter.com/s3WsPuqgU6&mdash Palazzo_Chigi (@Palazzo_Chigi) 3. Februar 2018Italiens Innenminister Marco Minniti hat die Schüsse auf Afrikaner in der Stadt Macerata als von „Rassenhass“ motivierte Tat verurteilt. Der Angriff sei geprägt von einer Kultur des „Rechtsextremismus mit Bezügen zum Faschismus und zum Nationalsozialismus“, sagte Minniti am Samstagabend bei einem Besuch in Macerata.Die einzige Verbindung zwischen den Opfern – sechs Menschen afrikanischer Herkunft – sei „ihre Hautfarbe“. Der Täter habe alleine gehandelt und seine Tat „sicherlich“ geplant, sagte der Minister. Es gebe aber „im Moment nichts, das uns annehmen lässt, dass es eine organisierte Aktion gewesen ist“, so Minniti laut der Nachrichtenagentur ANSA.„Klima des Hasses verheißt nichts Gutes“„Leider verheißt das Klima des Hasses, das vor der Wahl im Land zirkuliert, nichts Gutes“, sagte der Präsident von Amnesty International in Italien, Antonio Marchesi, laut einer Mitteilung. „Hoffen wir, dass sich von heute an jeder darüber bewusst ist, welche Worte er benutzt und was für einen Effekt sie haben können.“Der Anti-Mafia-Schriftsteller Roberto Saviano kritisierte die Aufrufe von Politikern wie Ex-Ministerpräsident Matteo Renzi oder Spitzenkandidat der Fünf-Sterne-Bewegung, Luigi Di Maio, Ruhe zu bewahren. Vielmehr müsse beim Namen genannt werden, was passiert sei: „ein terroristischer Akt“.dpa/stol