Donnerstag, 09. November 2017

Schullians Zug entgleist...Manfred schreibt Gedicht

Der Kammerabgeordnete Manfred Schullian ist am Donnerstag mit dem italienischen Hochgeschwindigkeitszug Frecciargento von Rom nach Verona unterwegs. Plötzlich steht der Zug still. Nichts geht mehr. Was genau geschehen ist, schildert der Politiker in typisch Schullian'scher Manier in Form eines erheiternden Gedichts.

Manfred Schullian dichtete sich den Frust von der Seele.
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Manfred Schullian dichtete sich den Frust von der Seele.

Die Fakten: Der vorletzte Wagon des Zuges von Rom nach Bergamo, in dem der Politiker unterwegs war, ist in der Nähe des Bahnhofs Florenz Castello entgleist. Passiert ist glücklicherweise niemandem etwas. Da es natürlich nicht möglich war mit eben diesem Zug die Fahrt fortzusetzen, wurde von der italienischen Bahnpolizei ein Ersatzzug angefordert.

Die Passagiere inklusive Manfred Schullian wurden dabei auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Auf den heißersehnten Zug mussten sie nämlich sage und schreibe geschlagene 2 Stunden warten.

„Im allertiefsten Afrika“

Wie er die „Geschichte“ erlebt hat, schildert der Abgeordnete in amüsanter und „leicht“ zynischer Art und Weise in einem Gedicht, das er am Donnerstagnachmittag auf seinem Facebook-Profil postete, nachdem er, wie hoffentlich auch all die anderen Reisenden, zu Hause „im allertiefsten Afrika“ angekommen ist.

Unter dem Titel: „Benvenuti a bordo del treno Frecciargento“ reimte er wild drauf los:

„wenn ein zug ganz plötzlich steht
bedeutet dies, dass er nicht geht,
und bald schon geht von mund zu munde
im zug herum die üble kunde,
ein wagon sei g'rad entgleist, 
was an und für sich wenig heißt,
denn niemandem sei was passiert.
dass sich der zur jetzt nicht mehr rührt
ist allen klar, wie sollte er?
es läuft der ganze zugverkehr
bekanntermaßen ja auf schienen,
die als leit- und führung dienen
für die räder, die aus eisen
gebunden auf den schienen kreisen
(tun sie dies nicht - wer ist so klug? -
dann steht natürlich auch der zug).
der zug steht still, das geht so stunden,
denn bis ein zweiter zug gefunden,
der den weg zum ersten fand
(versteht, zum zug, der plötzlich stand)
da braucht es zeit, mehr noch geduld
(bestimmt ist nur das wetter schuld).
während also gar nichts geht 
und jeder sitzt (im zug, der steht)
als wie in einer kalten gruft
steht draußen in der frischen luft
ein heer für den zivilen schutz
(steht dort und ist zu gar nix nutz).

es endet, wie es enden muss
(und gänzlich ohne hochgenuss) ...
nach stunden ist ein zug gekommen,
die fahrt wird langsam aufgenommen,
die schiene glänzt, das rad es rollt
(das hätt' es früher schon gesollt)
und endlich ist ein jeder da
(im allertiefsten afrika).“

Manfred Schullians Talent fürs Schreiben ist bekannt, veröffentlichte der Anwalt und Politiker doch gemeinsam mit seinem Kanzleikollegen Christoph Senoner das Kinderbuch „Balduin der Kofferfisch“. Ein Jahr später erschien Schullians Roman „Die Essenz der getrockneten Tomate“.

stol/vvs

stol