Samstag, 07. Mai 2016

Schulz attackiert Strache: „Respektlos“

Der deutsche Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz, attackiert den Chef der österreichischen FPÖ, Heinz-Christian Strache, der die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Italiens Premier Matteo Renzi wegen ihrer Einwanderungspolitik als „Staatsschlepper“ bezeichnet hatte.

„Merkel und Renzi können stolz sein, von einer Person wie Strache beleidigt zu werden", sagte Martin Schulz im Interview mit "La Stampa". - Archivbild.
„Merkel und Renzi können stolz sein, von einer Person wie Strache beleidigt zu werden", sagte Martin Schulz im Interview mit "La Stampa". - Archivbild. - Foto: © LaPresse

„Strache ist meiner Ansicht nach ein Mensch ohne jeglichen Respekt für die fundamentalen Werte“, so Schulz im Interview mit der italienischen Tageszeitung „La Stampa“. „Merkel und Renzi können stolz sein, von einer Person wie Strache beleidigt zu werden, denn sie handeln nach den Prinzipien der Solidarität“, so Schulz, der Österreichs Grenzpolitik als „irrational“ bezeichnete.

Schulz: Mauer ist keine Lösung

„Wer denkt, dass man das Flüchtlingsproblem mit einer Mauer löst, täuscht sich. Wenn sich alle EU-Länder an der Flüchtlingsumverteilung beteiligen würden, würde es keinerlei Probleme geben“, erklärte Schulz.

2015 seien in Europa eine Million Flüchtlinge eingetroffen. „Wenn man sie unter die 508 Millionen Einwohner der 28 EU-Mitgliedsstaaten verteilen würde, wären die Flüchtlinge kein Problem. Nur wenn sich nur sechs, oder sieben Staaten wie Italien, Griechenland und Deutschland an der Umverteilung beteiligen, haben diese Länder ein Problem“, erklärte der deutsche Politiker.

Warnung vor Anti-Europa-Parteien

Schulz warnte vor antieuropäischen Parteien in Europa. „Diese Parteien repräsentieren nicht die Mehrheit der Bürger, sondern nur eine extrem militante Minderheit. Mit sozialer Gerechtigkeit, wirtschaftlicher Effizienz und Beschäftigung für die Jugend kann man das Vertrauen der Bürger zurückgewinnen.

Diese dürfen jedoch nicht still sein. Sie müssen selber zum Schutz des europäischen Projekts mobil machen“, so Schulz.

apa

stol