Montag, 06. April 2015

Schweden und Finnland bereiten Quasi-Militärbündnis vor

Die beiden militärisch bündnisfreien EU-Nachbarn Schweden und Finnland wollen militärisch künftig noch enger zusammenrücken.

Schwedische Soldaten
Schwedische Soldaten - Foto: © shutterstock

Die Verteidigungsminister beider Länder, Peter Hultqvist und Carl Haglund, wollen ein entsprechendes Konzept noch in diesem Jahr ausarbeiten. Schweden und Finnland sind neben Österreich und Irland die einzigen EU-Staaten, die nicht auch NATO-Mitglieder sind.

Schon bisher arbeiten die Staaten in puncto Verteidigung eng miteinander zusammen. Allerdings beschränkte sich die Kooperation auf Friedenszeiten und auf friedenserhaltende internationale Einsätze.

Nun habe man sich auf eine Ausdehnung der Zusammenarbeit auf „Szenarios jenseits von Friedenszeiten“ geeinigt, formulierte der schwedische Verteidigungsminister Hultqvist die Pläne. Als Grund nannte er die „gespannte sicherheitspolitische Lage in der näheren Nachbarschaft“ Schwedens und Finnlands.

Haglund und Hultqvist wollen im militärischen Krisenfall als erstes die Luftwaffen beider Länder zusammenlegen können. „Wenn wir einander unterstützen, wäre die gemeinsame Luftwaffenstärke riesengroß“, sagte Hultqvist bei einem Treffen mit seinem Amtskollegen im finnischen Espoo am Wochenende.

Schweden verfügt über rund 130 Kampfflugzeuge des in Schweden gebauten JAS 39 „Gripen“, in der neuesten Version. Finnland hält derzeit 55 seiner rund 60 Kampfflugzeuge vom F/A 18 „Hornet“ des US-Herstellers McDonnell Douglas in Einsatzbereitschaft.

Vor allem Schweden hat in Bezug auf den jüngsten Vorstoß von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in Richtung einer gemeinsamen EU-Armee zurückhaltend reagiert. In Finnland äußerte sich Staatspräsident Sauli Niinistö vorsichtig positiv.

apa/dpa

stol