Donnerstag, 14. Juni 2018

Schwierige Fahrt für „Aquarius” nach Spanien

Bis zu vier Meter hohe Wellen machen Migranten und Helfern auf dem Rettungsschiff „Aquarius” zu schaffen. Die Route des Schiffs auf dem Weg ins spanische Valencia wurde am Donnerstag wegen schlechter Wetterbedingungen geändert, teilte SOS Mediterranee auf Twitter mit. Das Schiff befand sich östlich von Sardinien.

Die Aquarius muss auf der Fahrt nach Spanien mit hohen Wellen kämpfen. - Foto: APA (AFP/ARCHIV)
Die Aquarius muss auf der Fahrt nach Spanien mit hohen Wellen kämpfen. - Foto: APA (AFP/ARCHIV)

Weil es auf dem Außendeck zu gefährlich worden sei, hätten sich alle Männer, die zuvor dort ausharrten, in der Nacht ins Innere des Schiffs begeben müssen. Viele litten an Seekrankheit. Italien hatte der „Aquarius” nach Rettungseinsätzen am Wochenende die Einfahrt in einen Hafen verwehrt und das Boot mit mehr als 600 Migranten an Bord zwei Tage lang blockiert.

Die französische Journalistin Anelise Borges ist mit an Bord und hat folgendes Video auf Instagram gepostet.

Das Schiff kreuzt seit 2016 regelmäßig im südlichen Mittelmeer und rettet Asylsuchende von seeuntüchtigen Booten. 106 Gerettete befinden sich weiterhin an Bord der „Aquarius”, die übrigen waren an zwei andere Schiffe der italienischen Küstenwache abgegeben worden, die ebenfalls Valencia ansteuern und den Hafen laut Plan am Samstag erreichen sollten.

Was mit den 40 Überlebenden eines Flüchtlingsunglücks an Bord des US-Marineschiffs „Trenton” geschieht, war am Donnerstag weiter unklar. Die Position des Schiffs am Donnerstagfrüh in unmittelbarer Nähe der sizilianischen Hafenstadt Augusta könnte aber darauf hinweisen, dass sie in Italien an Land gehen könnten. Die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch hatte sich geweigert, die Leute an Bord zu nehmen, weil ihnen ebenfalls die Absage Italiens droht.

apa/dpa

stol